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Christoph Schlingensief – eine Kurzbiographie

Christoph_Schlingensief_1_c_LaurentBurstAls Sohn eines Apothekers 1960 in Oberhausen geboren, experimentierte er bereits mit 12 Jahren mit Schmalspurfilmen. Nach einem Philologie-Studium in München drehte er 1984 den ersten Langfilm („Tunguska“), ab 1989 folgte seine Deutschlandtrilogie („100 Jahre Adolf Hitler“ „Das deutsche Kettensägenmassaker“, „Terror 2000“). Während dieser Zeit arbeitete er auch für das Fernsehen, unter anderem für das Politmagazin „ZAK“ – und er war kurzzeitig Aufnahmeleiter der „Lindenstraße“.

Von 1993 bis 2002 inszenierte Schlingensief an der Volksbühne Berlin Stücke wie „100 Jahre CDU“, „A. Hipler“ und „ATTA ATTA“. 1997 wurde er auf der documenta X verhaftet, da er für eine Aktion ein Schild mit der Aufschrift „Tötet Helmut Kohl“ verwendete. Im gleichen Jahr wurde seine Talkshow „Talk 2000“ aufgezeichnet und ausgestrahlt. Zur Bundestagswahl 1998 gründete er dann seine eigene Partei, die „Chance 2000“. Im Jahr 2003 nahm er mit der „Church of fear“ an der Biennale in Venedig teil. Ab 2004 widmete sich Christoph Schlingensief verstärkt der Oper und inszenierte in Bayreuth und Manaus.

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Im Jahr 2008 wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert, die Krankheit machte er 2009 in „Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ anlässlich der Ruhrtriennale zum Thema. Am 21.8.2010 starb Christoph Schlingensief an den Folgen seiner Krankheit. Seine letzten großen Projekte, die Bespielung des Deutschen Pavillons in Venedig 2011 und der Bau des Festspielhauses Afrika in Burkina Faso, wurden von seiner langjährigen Lebenspartnerin Aino Laberenz weitergeführt.

Text: iba

Foto: Laurent Burst

Christoph Schlingensief Retrospektive im Institute for Contemporary Art,
Auguststraße 69, Mitte, 1.12–19.1.2014, Kuratiert von Klaus Biesenbach,
Anna-Catharina Gebbers und Susanne Pfeffer, Künstlerische Beratung:
Aino Laberenz

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