Ausstellungen

Conceptual Tendencies – 1960s To Today im Haus Huth

mertzDass Kunst, bei der die Idee im Mittelpunkt steht, nicht langweilig oder überkonstruiert sein muss, beweist die Schau bei Daimler Contemporary. Spitzfindig, farbig und packend ist die Inszenierung von Renate Wiehager im Haus Huth. Sie kombiniert Neuankäufe mit älteren Positionen der in den 60er-Jahren aufgekommenen Konzeptkunst. Um etwa 20 Werke wird die rund 2.000 abstrakte Arbeiten von 600 Künstlern umfassende Firmensammlung jährlich aufgestockt. Gleich mehrere starke Stücke des Schotten Martin Boyce, Jahrgang 1967, hat man jüngst erstanden. Er transformiert Natürliches in Konstruiertes. Ein ganzer, in herbstliche Stille getauchter Raum zeugt von seiner poetisch-konstruktiven Kunst. Während der architektonisch kantige Lüster „Wald“ Assoziationen an einen umgekehrten Baum weckt, liegen wachsbeschichtete Blätter am Boden, täuschend echt. Elemente aus der Realität verleibt sich auch Ceal Floyer ein, um sie mit hintergründiger Ironie zu einer „Leiter“ ohne Mittel-Sprossen zu formen. Anfang und Ende sind klar, die Schritte dazwischen offen. Daneben ein Papierstapel wie ein Sockel, aber ohne Objekt obenauf. Der Sockel ist die Skulptur, das Gedankenspiel die Kunst.
Zu sehen sind zudem Daniel Burens Streifenbilder hinter Glas, die zusammen ein Quadrat ergeben, und Olivier Mossets Kreisbild von 1974. Die Werke der 20 Künstler eröffnen ein breites Spektrum der Konzeptkunst, das junge Querdenker wie Lasse Schmidt Hansen und Albert Mertz vereint.     

Text: Andrea Hilgenstock

Foto:  Mertz/Daimler Art Collection Berlin/Stuttgart

tip-Bewertung: Sehenswert

Conceptual Tendencies 1960s To Today Daimler Contemporary/Haus Huth, Alte Potsdamer Straße 5, Tiergarten, tgl. 11–18 Uhr, bis 18.3.2012

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