Ausstellungen

„Dämmerung: Neue Kunst aus China“ in der Zhong Gallery

LiJikai_Heart_c_zhong_galleryGaowen Zhu, ein junger Sammler und Geschäftsmann, hat sie eröffnet. Er baut hauptsächlich auf Landsleute, die wohlhabende chinesische Mittelschicht. Aber natürlich dürfen auch europäische Sammler wie Uli Sigg zugreifen, man ist mit 80 000 Euro für eine nicht allzu große Mischtechnik dabei. In China hat Gaowen keine Galerie. Die Zhong Gallery ist seine erste und auch die erste unter chinesischer Leitung in Europa. „Berlin finden wir als Stadt interessant“, sagt Jiangnan Wang. Die Galerieleiterin hat in Kiel studiert. Auffällig unpolitisch präsentiert sich der erste Querschnitt aus gegenständlichen Gemälden von acht Künstlern. Klar, wer will daheim schon anecken und dort sollen die Bilder ja landen. Statt Individuum und Gesellschaft oder eine Haltung zum Staatsapparat und überhaupt tritt das allgemein Private und Unpersönliche in den Vordergrund. Die in den 70er- oder 80er-Jahren geborenen Maler leben in China, sind oft eta­bliert, einige haben schon im Westen ausgestellt. Eine Orientierung an europäischen Vorbildern ist unverkennbar, ein Hang zur Anverwandlung auch. Mag es an motivischer Originalität noch mangeln, am haptischen Eindruck wird gefeilt. Chen Yujun hat Fäden eingearbeitet in seine Gemälde. Wu Di lässt Köpfe wie Skulpturen von der Leinwand wuchern. Sie ist die einzige Frau in dieser harmonischen Runde von Wandschmuckproduzenten.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Zhong Gallery / Li Jikai „Heart“

tip-Bewertung: Annehmbar

Dämmerung: Neue Kunst aus China Zhong Gallery, Koppenplatz 5, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 31.3.

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