Ausstellungen

Daniel Josefsohn in der Galerie pavlov\s dog

Jofesohn_DanielDer Hund von Daniel Josefsohn, ein Irish Setter, heißt Jesus. Das tut eigentlich nichts zur Sache, könnte aber eine nützliche Info sein, wenn man bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Lieber Gott Vergiebe­ Mir“ in der neuen Galerie pavlov’s dog ins Plaudern kommt.

Josefsohn hat für die Einladungskarte ein Close-up seines Gesichts mit starken Gebrauchsspuren gewählt. Seine Arbeiten stellen eine ziemlich provokante Position innerhalb der Fotografie dar. „Er polarisiert. Einige finden ihn furchtbar, andere großartig“, sagt Bernhard Moosbauer, einer der sechs Fotografen und Bildredakteure, die ab Februar den Raum für Fotografie in der Bergstraße betreiben. Deshalb hätten sie ihn eingeladen, ihre Galerie zu eröffnen. Und Josefsohn, der im vergangenen Jahr eine große Einzelausstellung im Kunstverein Hamburg hatte und seit den 90er-Jahren mit seinen Modefotos und Werbekampagnen zu den bekanntesten Fotografen des Landes gehört, hat zugesagt. Obwohl die Ein-Zimmer-Galerie, in der früher der „Raum für Fotografie“ war, in Kunstverein-Dimensionen eher winzig ist.

Eine einzelne Installation wird Daniel Josefsohn zeigen, die sich mit seinem großen Thema befasst: dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Eine Thematik, die auch immer wieder in seinen hintergründig-abgründigen Modestrecken auftaucht.

Josefsohn hätte vermutlich nicht zugesagt, wären die Macher von pavlov’s dog nicht so eine überzeugende Besetzung, unter anderem sind Michael Biedowicz, Bildchef des „Zeit Magazins“, und Pamela Spitz, Bildredakteurin bei „11 Freunde“, dabei. Sie eröffnen ihre Galerie aus Liebe zur Fotografie und mit bester Kenntnis der Materie.­ Pavlov’s dog soll ein Raum werden, der in jedem, der vorm Schaufenster steht, den Reflex auslöst, ihn betreten zu wollen. Ein Raum, der bekannten Fotografen ein Feld für Experimente gibt, der auch Buchvorstellungen und Diashows bietet und eine Anlaufstelle für junge Kollegen ist. Für sie ist eine Mappenschau mit Experten geplant. „Wir möchten uns wieder über Fotografie austauschen, was im beruflichen Alltag oft schwierig ist“, sagt Biedowicz.

Wenn sie zu diesem Austausch Fotografen einladen, die ihre Werke zeigen, geht es den Neugaleristen nicht um Einvernehmlichkeit. Wer ausstellen darf, darüber wird debattiert. Alle sechs müssen nicht alles gut finden – aber diskussionswürdig. Für eine Fotogalerie ein vielversprechendes Programm, das es so in Berlin noch nicht gibt.

Text: Stefanie Dörre

Daniel Josefsohn: Lieber Gott vergiebe Mir
pavlov’s dog, Bergstraße 19, Mitte, Do-Sa 16-20 Uhr, 4.2.-5.3., Vernissage Do 3.2., 20 Uhr

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