Kommentar

„Das Co-Working-Problem“ von Iris Braun

Beim Unicorn-Coworking-Space gibt es ein Summer Special! 169 statt 199 Euro, für einen Monat Rechneraufklappen in Design-Ambiente, dafür allerdings in Mitte, oder wenigstens in der Filiale im edgy Wedding.

Iris Braun

Kurz gesagt: ein Schnäppchen, ruckizucki online buchbar. Wer dann schon mal auf der Websseite ist, erfährt auch, dass es im dazugehörigen Café „finest Coffee“ von „loving baristas“ gibt – und das auch nicht gerade für eine schma-
le Mark.
Während es von solchen „Finest-Coffee“-Working-Plätzen in Berlin immer mehr gibt, werden die Ateliers immer weniger. Der Plan vom Atelierbeauftragten Florian Schmidt, bis 2020 mindestens 2.000 neue Plätze zu sichern, kommt ja auch nicht von ungefähr. Bisher war die Verwertungskette gesetzt: Altes Gebäude wird mit Kunst-Ateliers zwischengenutzt, danach kommen Startups oder gehobene Gastronomie und dann final Townhäuser.
Mittlerweile sind viele Startups so finanzstark,  dass sie schlicht bleiben, und die Betreiber von Co-Working-Spaces scheinen es auch zu sein, jedenfalls sprießen die Dinger überall in den interessanten Vierteln aus dem Boden. Manchmal noch als charmante Indie-Variante, wie das Agora-Collective  in Neukölln, aber gerade in Mitte und Kreuzberg sind die Spaces genauso wie die Startups ein professionalisierter, ernsthafter Mitspieler im Atelier- und Kreativflächen-Monopoli geworden.

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