Ausstellungen

Das DAZ zeigt, was Architektur in Zeiten der Verknappung leisten kann

DAZ_a.gorSo gewinnt das Haus an materiellem und persönlichem Wert. Das ist sozialer Wohnungsbau unter dem Aspekt nachhaltiger Architektur: sozial, weil von hoher emotionaler und ästhetischer Qualität. Nachhaltig, weil ressourcenschonend. „Neue Bescheidenheit – Architektur in Zeiten der Verknappung“ heißt die aktuelle Ausstellung im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ), die verschiedene Bauprojekte nach diesen Grundsätzen präsentiert.

Diese Bescheidenheit kann unterschiedlich interpretiert werden. Zum einen sind die Mittel einfach. Die Architekten setzen traditionelle lokale Baustoffe wie Lehm oder Bambus ein, als Alternative zum teuren Beton. Oder sie experimentieren, beispielsweise mit „Ferrozement“, einem Baumaterial, das aus Maschendraht und Beton hergestellt wird, viel dünner als Beton ist und durch Origami-Falttechnik die nötige Tragfähigkeit erhält.

Weiterlesen: Der phänomenale Maler K.?O. Götz in der Neuen Nationalgalerie  

Zum anderen nimmt der Architekt eine „bescheidene“ Haltung ein. „Er wird zum Mediator, der soziale und politische Prozesse anstößt“, sagt Thomas Thiel, einer der Kuratoren der Ausstellung. Die Architekten müssten sich zurücknehmen, denn die Partizipation der Bewohner im Prozess des Baus sei wichtig, damit das Projekt genau auf die zukünftigen Bewohner, deren Kultur und den Ort abgestimmt sei.
Nachhaltige Architektur ist aber nicht nur ein Konzept für Schwellenländer, sondern ein weltweit gedachter, grundsätzlich anderer Ansatz, behutsam mit den Ressourcen und den Menschen umzugehen.

Text: Charlotte Delonge

Foto: Franc Pallarиs Lуpez

tip-Bewertung: Sehenswert

Neue Bescheidenheit. Architektur in Zeiten der Verknappung Deutsches Architektur Zentrum, Köpenicker Straße 48, Kreuzberg, Mi–So 14–19 Uhr, bis 26.1.14

Mehr über Cookies erfahren