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„Das favorisierte Museums­modell: Bloß nicht auffallen“ von Stefanie Dörre


Um es gleich zu sagen: Formate wie der explodierende Kuchen, das gestrandete Raumschiff, das rotierendes Sägeblatt und die angenagte Käseecke sind raus. Ab in den Keller damit. Diese extravaganteren Architekturmodelle stehen jetzt im zweiten Untergeschoss des Kulturforums, dort wo die 450 Entwürfe sind, die es nicht in die engere Auswahl für das neu zu bauende Museum des 20. Jahrhunderts geschafft haben. Oben stehen die zehn Beiträge, die eine Runde weiter gekommen sind im Realisierungswettbewerb. Und vor diesen Siegern steht eine Gruppe von Architekten, aus ­deren Diskussion die Worte ­“ärgerlich“, „unverständlich“, „indiskutabel“ hervordringen. Kollegenschelte. Kollegenneid. Die Ausstellung ist gut besucht.
Was bei den Siegerentwürfen ins Auge springt: Sie sind auffällig unauffällig. Die meisten Vorschläge versenken die Ausstellungsräume in den Boden, so dass ein oberirdischer, zweckmäßiger Flachbau zwischen den Architekturikonen Neue Nationalgalerie, Philharmonie und Staatsbibliothek nicht stört. Eine neue Ikone ist bei den zehn Siegerentwürfen nicht dabei. Auch kein Ikönchen. Und man wünscht sich inständig, dass die Quadratur des Kreises doch noch möglich sei: Ein bedeutender neuer Bau zwischen den modernen Klassikern der Architekturgeschichte. Eröffnung soll 2022 sein.

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