100 Jahre Novemberrevolution

Das Haus am Lützowplatz mit dem „Versuch über eine Revolution“

Die Revolution von 1918 war das Ende des Kaiserreiches und der Beginn der Weimarer Republik – da verwundert es doch, dass keine der großen Berliner Institutionen sich dieses Jubiläums annimmt

Julius von Bismarck, Den Himmel muss man sich wegdenken, 2014, Videostill, courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn

Die für den Anlass kleine Ausstellung im Haus am Lützowplatz nennt sich trocken „November – Versuch über eine Revolution“ und teilt sich in drei Erfahrungsräume auf: Geschichte, Reflektion, Partizipation.

Gleich zu Beginn steht man vor dem über die ganze Wand projizierten Bild einer aufgewühlten See, darüber ein stürmisch-grauer Himmel. Nun werden Revolutionen nicht selten mit Metaphern beschrieben, die mit Flut, Zerstörung oder Sturm zu tun haben. Alles Assoziationen, die dieses Videostill von Julius von Bismarck wecken kann. Ähnlich verhält es sich mit Tracey Moffatts Videoarbeiten. Da werden links Katastrophenfilme aus den 60ern und 70ern gezeigt, rechts Hollywood-Historienschinken über Revolutionen wild zusammengewürfelt.

Die Reflektion teilen sich Skulpturen von Bettina Pousttchi und Katja Strunz mit Seitenhieben aufs Malewitsche schwarze Quadrat. Im Teil Partizipation ist es hingegen verspielter. Neben der Skulptur von Mariechen Danz (Foto) hat besonders der von Roland Barta mit tausenden Kugellagerkugeln gefüllte Bereich Biss, denn natürlich soll man da hineinsteigen. Sinnbildlich rutscht man aus wie damals die Geschichte, verliert seine Beobachterrolle als Ausstellungsbesucher und kommt ganz unvermittelt unter die Räder beziehungsweise Kugellager der Geschichte.

November – Versuch über eine Revolution Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, Tiergarten, Di– So 11–18 Uhr, bis 18.11.

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