Ausstellungen

Das temporäre Projekt „Der Stein“ vor dem Postfuhramt

Wenn der Hauptdarsteller eines Films ein wandernder Betonpflasterstein ist, und der Film gar kein Film, sondern eine Folge von 37 Fotografien, und diese Fotografien in sechs Büchern gezeigt werden, weil so ein Stein ja sechs Seiten hat, und jede Seite einmal beim Wandern beobachtet wird, und der dramatische Höhepunkt in Teil zwei das Auftauchen einer Abstandsnoppe ist – wenn das so ist, hat der Film „Der Stein“ keinen guten Chancen, ein großes Publikum zu finden. Aber da Peter Baer, der den Film zusammen mit Clara Taborda gemachthat, sechs Wochen lang an seinem Schreibtisch vor dem ehemaligen Postfuhramt sitzt, und die Filme dort höchst persönlich vorführt, wird es glücklicherweise doch Menschen geben, die sich das ansehen. Der Stein ist jetzt übrigens einer von 900.000 Fußbodensteinen des Holocaust-Mahnmals.

Text + Fotos: Stefanie Dörre

Postfuhramt Oranienburger- Ecke Tucholskystraße, Mitte, bis Mitte Oktober, 6 Tage die Woche, 10-16 Uhr

Mehr über Cookies erfahren