Ausstellungen

Dellbrügge & de Moll zeigen die Zukunft

Dellbrügge&Ralph de Moll


30 Jahre lang soll eine Kunst am Bau halten, und so stellen sich Christiane Dellbrügge & Ralph de Moll vor, mit welchem historischen Interesse man dann gewissermaßen auf ihre Videoinstallation „Wer einen Stuhl bauen kann, kann auch eine Stadt bauen“ blickt. 40 Berufsschüler, die im Neubau der Marcel-Breuer-Schule in Weißensee zum Betonbauer, Tischler, Designer, Gerüstbauer und in anderen baubezogenen Berufen ausgebildet werden, lassen sie darin über ihre ideale Stadt erzählen: Denn schließlich ist das die Generation, die die kommenden Städte bauen wird.

In Workshops haben Dellbrügge & de Moll mit den Schülern die Präsenz vor der Kamera geübt, was in diesen Casting-geilen Zeiten großes Interesse weckt, und über ihre Vorstellungen von der Zukunft geredet, eine sehr viel ungewohntere Übung, obwohl sie das Leben von jedem betrifft. Ausgeprägt ist in den Skizzen, die Constanze, Klaus oder Sahin dann von ihrer Stadt entwerfen, die Liebe zu Fahrrädern und Grün in der Stadt ebenso wie die Abneigung gegenüber Hochhäusern und großen Verkehrsstraßen.

Erstaunlich oft gleichen die Visionen der jungen Städter einem großen Dorf. Man spürt aber auch ihren großen Realitätssinn und die Folgen eines Bildungssystems, das mit Leistungsdruck vor allem Angst vor der Zukunft erzeugt. Viele Bilder möglicher Lebensformen wagen sie gar nicht mehr in Erwägung zu ziehen. In Lebensgröße stehen die 40 Schüler dem Betrachter dabei gegenüber, auf fünf Monitoren in einem eigenen Raum. Dort einzutreten, ist auch für manchen Lehrer ungewohnt: Denn hier kommt es darauf an, den Schülern zuzuhören.

Text: Katrin Bettina Müller

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