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Familie

Die Ausstellung „Der Rote Elefant 37“ will Kindern und Jugendlichen Bücher näher bringen

Nase ins Buch, anschauen, lesen: In der interaktiven Ausstellung „Der Rote Elefant 37“ können Kinder und Jugendliche besonders empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher kennenlernen

Blick in die Kinderbuchabteilung der Philipp-Schaeffer-Bibliothek, Foto: Stadtbibliothek Berlin-Mitte

„Möchtest du wissen, was Toni unternimmt, um sich seinen größten Wunsch zu erfüllen? Und warum Amy eine geheime Bibliothek gründet?“ Die Fragen in dem für Kinder gestalteten Faltblatt führen direkt zu den Büchern, die in der öffentlichen Bibliothek an sieben Säulen aufgebaut sind. Über 50 Bücher – sie werden auch im aktuellen Heft „Der Rote Elefant 37“ vorgestellt – werden nun erstmals auch in einer Ausstellung präsentiert. Die Bücher kommen greifbar nahe – Nase reinstecken, anschauen und los lesen.

Wer noch mehr Empfehlungen sucht, kann mit dem Tablet vor Ort direkt ins Internet gehen. In der Ausstellung gibt es zu Themen wie „Ich-sagen“, „Familie“, „Bemerkenswerte Freundschaften“ oder „Geschichte und Zeitgeschichte“ vieles zu entdecken. Beim Stöbern in den Büchern findet man Antworten auf die Fragen aus dem Faltblatt. Große Glaskugeln mit Illustrationen aus den ausgestellten Büchern hängen von der Decke, auch das ein Anreiz, die entsprechenden Bücher zu finden und dann vielleicht noch in ganz anderen, unerwarteten Geschichten zu versinken. Unsere ganze Welt und Wirklichkeit passt zwischen zwei Buchdeckeln – das zu entdecken gehört zu den großen, prägenden Erfahrungen in der Kindheit.

„Der Rote Elefant“ wurde 1976 von jungen Pädagog*innen, Bücherschreibenden, Bibliothekar*innen und Kritiker*innen in West-Deutschland gegründet. In Nachfolge der ‘68er wurden Bücher empfohlen, die sich kritisch mit zeitgeschichtlichen Themen und gesellschaftlichen Rollenbildern auseinandersetzen. Einmal im Jahr erscheint seitdem das Heft „Der Rote Elefant“. Seit 1992 wird die Empfehlungsliste vom Trägerverein von „Lesart“ weitergeführt. „Lesart“, das Literaturhaus für Kinder und Jugendliche in der Weinmeisterstraße in Mitte, gründete sich nach der Wende und führt nun seit über 25 Jahren in literarische Spaziergängen, Lesenächten oder Workshops Kinder und Jugendliche ans Lesen und an das Medium Buch heran.

Für den „Roten Elefanten“ werden immer noch aus der Flut von jährlichen Erscheinungen anspruchsvolle Bücher aus allen Sparten herausgesucht – Bilderbücher, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher. Die Bücher sollten gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen, die Qualität ihrer ästhetischen und sprachlichen Gestaltung sollte über den Unterhaltungscharakter hinausgehen.

„Der Wolf, der auszog, das Fürchten lernen“

Aber was ist wirklich ein gutes Buch? „Das ist von Buch zu Buch verschieden“, meint Frank Kurt Schulz, „und hängt natürlich auch von dem persönlichen Zugang oder Geschmack jedes einzelnen Kritikers ab.“ Schulz ist Pressesprecher bei Lesart und gleichzeitig Mitjuror in der Redaktion des „Roten Elefanten“. Rund 20 ehrenamtliche Rezensent*innen lesen und besprechen jährlich die Bücher.

Schulz war in diesem Jahr begeistert von Sebastian Meschemosers Bilderbuch „Der Wolf, der auszog, das Fürchten lernen“, das „witzig und klug mit den Rollenbildern in klassischen Märchen umgeht“. Aber auch von der Geschichte „Bösemann“: „ein sehr starkes und mutiges Buch zum Thema Gewalt in Familien“. Oder vielleicht ist doch „die schöne Multikulti-Geschichte“ „Als Herr Babel (k)einen Turm baute“ seine aktuelle persönliche Empfehlung? „Der Rote Elefant“ präsentiert eben lauter „Lieblingsbücher“.

Der Rote Elefant 37 Ausstellung in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek, Brunnenstr. 18, Mitte, Do 30.1.–Mo 30.3., Mo–Fr 10–13.30 Uhr, Sa 10–14 Uhr, Eintritt frei

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