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Die filmischen Arbeiten von Tobias Zielony

Die filmischen Arbeiten von Tobias Zielony

Er ist eingeladen, den Deutschen Pavillon auf der nächsten Kunst­biennale von Venedig mitzugestalten. Damit ist nicht nur klar, sondern amtlich: Tobias Zielony gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotografen hierzulande. Seit 2008 dreht er auch Filme, das Medium hat inzwischen einen wichtigen Stellenwert in seiner Arbeit. Was insofern folgerichtig ist, als seine fotografischen Arbeiten als Serien konzipiert sind, ihnen also schon dadurch ein narratives und subsequent in der Zeit voranschreitendes Element innewohnt. Die Protagonisten seiner Filme sind, wie in seinen Fotografien, meist Jugendliche, deren Leben sich in vieler Hinsicht in Rand­lage abspielt: zwei junge, drogenkonsumierende Prostituierte im Gespräch darüber, dass sich ein Freier in sie verliebt hat. Minderjährige Flüchtlinge, die am Straßenrand Elektronik-Spielereien verkaufen – vom bunt flackernden Licht beleuchtet. Kinder, die in Neapel in einer von der Camorra kontrollierten Wohnmaschine leben. Jeder Mensch hat seine Würde – so könnte man das zentrale Thema von Zielonys dokumentarisch-zärtlichem Blick nennen. Das transportiert sich auch in seinen Filmen.   

Text: Stefanie Dörre

Foto: Tobias Zielony / Courtesy of Tobias Zielony, KOW, Berlin and Galleria Lia Rumma, Naples

KOW Brunnenstraße 9, Mitte, Mi–So 12–18 Uhr, bis 14.2.

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