Kommentar

„Dranbleiben Guerrilla Girls!“ von Iris Braun

Nicht jeder Protest muss gleich so fancy dahergekommen wie der der Guerrilla Girls in New York

Iris Braun

Die Aktivistinnen demonstrieren medienwirksam und maskenbewehrt vor Museen für mehr Frauen in leitenden Positionen. Gerade in Berlin gibt es in dem Bereich ja sehr gute Nachrichten: Soeben wurde Stephanie Rosenthal als Nachfolgerin von Gereon Sievernich an den Gropius-Bau berufen, Gabriele Knapstein hat Eugen Blume bereits im Herbst 2016 am Hamburger Bahnhof abgelöst, und Ortrud Westheider mit dem Barberini in Potsdam zu Jahresbeginn gleich eine neue Institution an den Start gebracht.
Aber mindestens genauso wichtig wie diese Personalentscheidungen auf höchstem Kunstbetriebsniveau sind die oft weniger spektakulären Förderungen, die Frauen die Beteiligung an diesem Betrieb überhaupt erst ermöglichen. Und gerade Künstlerinnen ab 40 Jahre haben da immer noch ein Problem, wahrgenommen zu werden, oft geschuldet der Unvereinbarkeit von Karriere und Familie in den wichtigen, frühen Jahren. Da ist es wirklich eine gute Nachricht dass der mit 20.000 Euro dotierte Gabriele-Münter-Preis nach 2010 wieder vergeben werden konnte. Und ganz wichtig ist, dass die 20 Finalistinnen, darunter Uta Zaumseil, Nezaket Ekici, Vera Röhm und die Preisträgerin 2017 Beate Passow, eine große Ausstellung in der Akademie der Künste be­kommen, der ja mit Jeanine Meerapfel jetzt auch, nach 320 Jahren, das erste Mal eine Frau vorsteht. Immerhin.

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