Ausstellungen

Eröffnung der Sammlung Scharf-Gerstenberg

scharf_gerstenbFährt man den Spandauer Damm entlang, zeigen sich die beiden Kuppelbauten von Stüler vis-а-vis vom Charlottenburger Schloss als deutliche Einheit. Wo hier bis vor Kurzem die Nofretete mit dem Ägyptischen Museum Pilgerscharen anlockte, ist nun die noble Sammlung Scharf-Gerstenberg eingezogen. Sie basiert auf der „Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg“: Damit wollte der 2001 verstorbene Chemiker anknüpfen an die Sammlung von Weltniveau, die sein Großvater Otto (1848–1935) mit Schwerpunkt auf dem französischen Impressionismus Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin zusammengetragen hatte. Daumiers „Eingebildeter Kranker“ zählte ebenso zu seiner berühmten Kollektion wie Manets „Au cafй“ oder Renoirs „Dans le jardin“.

Heute finden sich viele der Bilder in der St. Petersburger Eremitage wieder. Dem Schicksal, zur „Beutekunst“ zu werden, entgingen auch die Schätze Gerstenbergs nicht. Auf den Grafiken von Goya oder Charles Meryon kann man noch den zierlichen Eigentümerstempel einer krönenden Viktoria entdecken: die Goldelse en miniature. Sie bilden den Nukleus der Sammlung, die Dieter Scharf ständig erweitert hat. Er setzte indes ganz andere Schwerpunkte als sein Großvater. „Surreale Welten“ von Goya über Max Ernst und Hans Bellmer bis Dubuffet ließen sein Herz höher schlagen. Unter diesem Titel konnten schon im Jahre 2000 viele Berliner die Kollektion in der Neuen Nationalgalerie kennenlernen …

Den ganzen Artikel von tip-Autorin Martina Jammers und ein Interview mit der Tochter des Kunstsammlers, Julietta Scharf, finden sie in der tip-Ausgabe 15/08

Zur Eröffnung der Sammlung Scharf-Gerstenberg des Hauses werden zwei Publikationen erscheinen: ein Bestandskatalog im Nicolai-Verlag mit ausführlichen Bildanalysen und mehreren Essays ausgewiesener Spezialisten des Surrealismus sowie ein Kurzführer in der bewährten Prestel-Reihe.

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