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Europa Jagellonica im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

Jagellionen_01_Detail_LangenburgStadtkircheChorPrüfend lugt der heilige Lukas an seiner Staffelei vorbei auf die anmutige Madonna mit ihrem Wallehaar, während zu ihren Füßen das Jesusknäbchen spielt. Das aus Breslau stammende, detailreich gearbeitete Holzrelief mit Maler-Patron Lukas gehört zu den rund 100 Kostbarkeiten, welche die Dynastie der Jagiellonen derzeit in einer reizvollen Ausstellung in Potsdam zeigt. Sie schließt einen weißen Fleck auf der Landkarte. Denn wer weiß schon, dass jenes von den Jagiellonen zwischen 1490 bis weit ins 16. Jahrhundert hinein beherrschte Gebiet sich von der Ostsee bis hin zum Schwarzen Meer und zur Adria erstreckte. „Wenn du dich nicht um die Begabung der Künstler kümmerst, überlege dir, was von dir nach deinem Tode bleibt“, schärfte Elisabeth von Habsburg 1502 ihrem Sohn Wladislaw II. ein.

Dass dieser wie auch sein jagiellonischer Clan den mütterlichen Ratschlag beherzigte, lässt sich eindrucksvoll mit einer filigranen Monstranz aus Buda, einem Kelch aus Krakau voller winziger Figürchen sowie mit einer Cranach-Christina aus dem Prager Veitsdom belegen. Internationale Künstler ersten Ranges schufen solche Werke, darunter Veit Stoß oder Albrecht Dürer. Mit bedächtiger Miene empfängt den Ausstellungsbesucher im urigen Kutschstall des soeben wieder auferstehenden Potsdamer Stadtschlosses die von Stoß geschaffene Lindenholz-Figur des heiligen Christophorus. Einkünfte aus dem seinerzeit prosperierenden Bergbau sowie der Metall- und Mineralienverarbeitung füllten die königlichen Kassen. Kein Wunder, dass oftmals Maria und Anna als Patroninnen des Bergbaus im Zentrum der Altäre stehen. Und dank einer cleveren Heiratspolitik verbandelten die Jagiellonen ihre Sprösslinge mit den wichtigen europäischen Fürstenhäusern.

Text: Martina Jammers

Foto: Markus Hilbich

tip-Bewertung: Herausragend

Europa Jagellonica Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, Potsdam, Di–Do 10–17 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr, bis 16.6.

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