Ausstellungen

Fashioning fashion im Deutschen Historischen Museum

Fashioning_fashionGut situierte europäische Damen, die im 18. und 19. Jahrhundert ihre gesellschaftliche Stellung demonstrieren wollten, hatten es nicht eben leicht: Sie mussten sich in enge Korsetts schnüren, in unpraktische Reifröcke zwängen und darüber kiloweise teure und empfindliche Stoffe spazieren tragen. Dass man ausgerechnet in den Vereinigten Staaten für derartige modischen Zwänge eine Faszination hegte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schließlich waren nicht wenige Europäer in die USA ausgewandert, um den lähmenden Standesdünkel hinter sich zu lassen.
Trotzdem war es das Los Angeles County Museum of History, Science and Art, das bereits 1915 begann, eine bedeutende Sammlung historischer Kleidung aus Europa aufzubauen. Dessen 2010 gezeigte Sonderausstellung „Fashioning fashion – Europäische Moden 1700?–?1915“ wandert nun nach Berlin. Sehenswert sind nicht nur die textilen Exponate an rund 70 Figurinen und 25 Büsten plus 45 Accessoires. Auch das filmische Begleitprogramm zur Ausstellung hat es in sich. Denn Kostümklassiker wie „Vom Winde verweht“, „Die scharlachrote Kaiserin“ oder „Kinder des Olymp“ sind dann wieder auf großer Leinwand zu sehen.     

Text: Eva Apraku
Fotos: S. Oliver/Museum Associates_LACMA

Fashioning fashion – Europäische Moden 1700?–?1915

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Mitte,
27.4.–29.7., Mo–So 10–18 Uhr,
Eintritt: 8/4?Ђ,
www.dhm.de

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