Ausstellungen

Felix Droese in der Galerie Klaus Gerrit Friese

Felix Droese in der Galerie Klaus Gerrit Friese

Vor einem Jahr zog Klaus Gerrit Friese aus Stuttgart nach Berlin und fühlt sich hier sehr wohl. Und mit Felix Droese hat er einen Volltreffer gelandet. Es ist die erste größere Schau des Biennale- und Documenta-Künstlers in Berlin und bei Friese. Trotz seines explizit politischen Ansatzes langweilt Droese nicht durch Konzepte, sondern geht mit malerischem Furor und einer Prise Humor materialreich zu Werke. Erde, Tierblut, Zeitungsausrisse setzt er ein und ist doch kein Wüterich. Ob „Entführung des Blutopfers“ oder „Schlacht um Sarajevo (Berührungsbild für leere Wände)“, der 66-Jährige benennt in seiner aktuellen Historienmalerei die Schrecken der Gegenwart.  Bereits 2005 thematisierte er eine vollverschleierte Frau „Unterm Rad“. Die Welt ist brutal und schmutzig, war es immer. „Schmutzige Geschichte“, so der Ausstellungstitel nach einem Bild, das sehr frei eine verstümmelte Hand am Abzug zeigt, zielt auf Terror und Krieg. Aber nicht nur. Über sechs Räume erstreckt sich die komplexe Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten der Geschichte und des Lebens. Droese malt, zeichnet, collagiert, packt die Whiskeyflaschen aus. Einfallsreich, zeichenhaft und sehr gegenwärtig wirkt seine Kunst in diesem gelungene Überblick von den 80er Jahren bis heute.   

Text: hil

Foto: Manos Meisen / Galerie Klaus Gerrit Friese, Berlin

Galerie Klaus Gerrit Friese
Meierottostr. 1, Wilmersdorf, Mo–Sa 11–18 Uhr, bis 2.4.

Mehr über Cookies erfahren