Ausstellungen

Fides Becker c/o Alexander Ochs Galleries

Fides-Becker_Der-Luxus-des-PrivatenDie figurative Malerei ist wieder voll da. Vorbei sind auch die Zeiten der Scheu vor Schönem. Und: Nur weil etwas figürlich ist, muss es nicht gleich eindeutig sein. Auffallend oft täuschen an­sehnliche Bilder im ersten Mo­ment, um dann mit umso größerer Wucht den Blick auf die Themen unserer Zeit freizulegen. Genau das ist eine Spezia­lität der Malerin Fides Becker. Hinter der schillernden Patina ihrer Gemälde hat der Verfall schon eingesetzt.
Die Künstlerin zeigt in ihrer ersten Berliner Einzelschau ambivalente Bilder, die Fragen nach unseren Werte­systemen stellen. Becker beobachtet, was Vergangenheit und Tradition im Alltag noch bedeuten, und tradiert diese Prozesse in Malerei. Eine Auswahl an Gemälden und Aquarellen der letzten drei Jahre zeigen Details und Ausschnitte von Räumen, in denen vorwiegend antike Möbel ein Eigenleben entwickeln. Beckers Bilder sind dabei vergleichbar mit den zarten Arbeiten des aktuellen Turner-Prize-Gewinners Richard Wright, der die Jury mit einem ornamentalen Wandgemälde in Echtgold überzeugte. In einem Tagebucheintrag während eines Gastaufenthalts in New York schreibt Becker über ihre Arbeitsweise: „Für mich stellt sich die Frage nach dem Sinn von Traditionen. Ich greife die Sehnsucht nach Vergangenem und Zukünftigem und die damit verbundene Leere im Hier und Jetzt auf.“
Beckers Malerei fängt das Vakuum ein, das wegbrechende Traditionen verursachen. Die Ma­lerin schafft eine Erotik des Morbiden. Hinter dem opulenten Dekor aber klingen die Echos europäischer Vergangenheit aus.

Text: Laila Niklaus
Foto: ALEXANDER-OCHS-GALLERIES-BERLiN-BEIJING

(tip-Bewertung: Sehenswert)

Fides Becker: „Der Luxus des Privaten“,
Alexander Ochs Galleries Berlin/Beijing, Sophienstraße 21, Mitte,
Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-18 Uhr, bis 24.4.

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