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„Fontane und Benjamin – Kindheit in Berlin und Brandenburg“ im Märkisches Museum

27_Kloster_Lehnin„Es war an einem Nachmittage auf der Pfaueninsel, dass ich mir meine schwerste Niederlage holte“, memoriert der 46-jährige Walter Benjamin. Man hatte das Kind ermuntert, dort Pfauenfedern aufzulesen. Doch just an diesem Ausflugstag fand sich keine dieser Trophäen dort. „Funde sind Kindern, was Erwachsenen Siege. Ich hatte etwas gesucht, was mir die Insel ganz zu eigen gegeben, sie ausschließlich mir eröffnet hätte. Mit einer einzigen Feder hätte ich sie in Besitz genommen.“ Anhand von Fundstücken hangelt sich eine Kabinettausstellung im Märkischen Museum durch die Kindheiten von Benjamin und dem zwei Generationen älteren Fontane. Der Philosoph wie der Dichter kultivierten lebenslang die Kostbarkeit ihrer Kindheit. Bis ins hohe Alter lag auf Theodor Fontanes Schreibtisch sein Fangball aus Kindertagen. „Der Zauber steckt immer im Detail“, wusste Fontane.

Und so steht nun ein Paar betagter Schlittschuhe für Benjamins leidenschaftliche Schwünge rund um die Rousseau-Insel im Tiergarten, lange ehe der Knabe den komplizierten Namen des Biotops überhaupt zu buchstabieren vermochte. Es ist also durchaus mehr als eine Leseausstellung, gehen doch beide Autoren maßgeblich vom Visuellen aus. Daher finden sich neben 13 Stationen in der Haupthalle des Museums fünf weitere im Parcours des normalen Rundgangs, die allerdings komplizierter als Ostereier aufgespürt werden müssen. Großartig das Kaiserpanorama mit seinen stereoskopischen Bildern, das um 1900 in einer Passage der Friedrichstraße die bildlüsterne Menge magisch anzog, darunter sehr oft den jungen Walter Benjamin.

Text: Martina Jammers

tip-Bewertung: Sehenswert

„Fontane und Benjamin – Kindheit in Berlin und Brandenburg“ Märkisches Museum, Am Köllnischen Park 5, Mitte, Di–So 10–18 Uhr, bis 15.9.

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