Ausstellungen

Freeway Balconies im Guggenheim Museum

freeway balconies sharon hayes

Eine Pinnwand zu Beginn vermittelt im Schnelldurchgang, worum es geht: ein Offenlegen ihrer Vorlieben, ihres Blicks auf die Arbeit von Kollegen, ein Geflecht von Beziehungen und Zitaten. Noch bevor man sich in das einzelne Werk vertieft, ist eines deutlich. Von einem zärtlich und erotisch aufgeladenen Umgang mit der Kunst ist hier die Rede und von Werken, die von einer starken Körperlichkeit geprägt sind. Man könnte das Ganze auch als eine Art von Liebeserklärung lesen, an die ausgestellten Künstler ebenso wie an das Leben selbst.

Mit Bruce Nauman, Francesca Woodman und Raymond Pettibon finden sich Stars unter den teilnehmenden Künstlern, aber auch hier noch fast unbekannte wie Shinique Smith, die aus Schaumstoff, Kissen und Pullovern eine kleine, kuschlige Skulptur gebaut hat. Das Glamouröse des Pop durchdringt die Arbeiten, wie die Schnappschüsse, die Sara Gilbert von ihrem Freund Leonardo DiCaprio gemacht hat, noch bevor er zum Superstar wurde, aber ebenso das meditative der Performancekunst, wie in einem Video von Aki Sasamoto.Sie wäscht einen Stein: Der sahnige Schaum, ihr Gemurmel, das unablässige Vor und Zurück der Hände über die glatte Fläche – es liegt etwas von Demut und von Ekstase in dieser Performance in einem Schaufenster. Ebenso wie Collier Schorrs eigene Fotografien und Zeichnungen zieht auch diese Arbeit eine Verbindungslinie zwischen der Konzept- und Performancekunst der 60er Jahre und der Gegenwart: Und selten wird dieser Bogen mit so viel persönlichem Enthusiasmus markiert wie hier.


Text:
Kathrin Bettina Müller

Deutsche Guggenheim

 

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