Ausstellungen

„Freier ?Eintritt – ?Fluch und Segen“ von Iris Braun

Das Museum Folkwang in Essen sorgt gerade für Aufsehen, denn es hat seine Besucherzahlen 2015 mehr als verdreifacht. Auch die Tate Modern in London ächzt unter Besucherrekorden – geschuldet ist dies in beiden Fällen auch dem freien Eintritt. Dass die Briten in ihren 13 Nationalmuseen auf Eintritte verzichten, ist bekannt, wenn auch oft vergessen wird, dass zum Beispiel die Tate Modern mit BP einen umstrittenen Sponsoring-Partner hat.
Mit dem Folkwang hat jetzt aber das erste Schwergewicht unter den Deutschen Museen nachgezogen (großzügig unterstützt von der Krupp-Stiftung). Dessen explodierende Zahlen sind auch für Berlin interessant, denn in der Gemäldegalerie oder im Bodemuseum könnten sich durchaus mehr Besucher tummeln, ohne dass Platzangst ausbricht oder Verhältnisse wie in der Tate entstehen, wo Kunst manchmal nur noch Hintergrundtapete für Selfies zu sein scheint.
Allerdings bieten die Berliner Staatlichen Museen auch jetzt schon freie Eintritte an für alle unter 18 und Ermäßigungen für Sozialleistungsempfänger. Einige Häuser wie die Berlinische Galerie haben Tage an denen nur die Hälfte gezahlt wird, und viele Stadtteilmuseen und die meisten Erinnerungsstätten sind generell frei. Das sind zwar noch keine Essener oder gar Londoner Verhältnisse – aber es ist auch nicht so, dass sich die Häuser hier gar nicht bewegen.

Mehr über Cookies erfahren