Ausstellungen

Frida Kahlo – Retrospektive der „Wundmalerin“

Die Selbstporträts der 1907 in Mexiko geborenen Künstlerin, fast die Hälfte ihres Gesamtwerks, lassen in ihrer beklemmenden Direktheit wohl niemanden kalt, beispielsweise die so eindringliche wie naive Darstellung ihres zerstörten Rückgrats „La columna rota“. Die Malerin, als Kind an Polio erkrankt und bei einem Verkehrsunfall als Achtzehnjährige schwerstverletzt, trug ihr Leiden mit solcher Intimität auf die Leinwand, dass es den Betrachtern fast Angst macht. In der langen Zeit, die sie nach dem Unfall ans Bett gefesselt war, begann Kahlo zu malen und entwickelte ihren ganz eigenen unverwechselbaren Stil mit mexikanischer Farbenfreude. Ihr unerschütterlicher Humor kommt vor allem in ihren weniger bekannten Porträts zum Ausdruck. Erst nach ihrem Tod 1954 erlangte Kahlo auch außerhalb Mexikos Berühmtheit, nachdem Feministinnen sie für sich entdeckt hatten. Den mexikanischen Landsleuten gilt sie ohnehin als Ikone. Zwei Jubiläen sind Anlass, ihr Werk zusammen mit Fotos, Tagebuchblättern und Zeichnungen außerhalb Mexikos zu zeigen: der 200. Jahrestag der Unabhängigkeitsbewegung Mexikos und der 100. Jahrestag der Revolution.

 

Text: Constanze Suhr

tip- Bewertung: Sehenswert

Frida Kahlo Retrospektive (Ankündigung inkl. Bildergalerie) ?Martin-Gropius-Bau, ?Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg, tgl. 10-20 Uhr, bis 9.8.2010

 

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