Ausstellungen

Galerie Schwind in Mitte

Galerie_Schwind_Berlin_Werner_T__bke_Strandfest_1997Seit geraumer Zeit drängen in Leipzig ausgebildete Künstler auf den internationalen Kunstmarkt. Und umgedreht lassen sich US-amerikanische Sammler für „Art from Leipzisch“ per Helikopter einfliegen in die legendäre Spinnerei, wo Neo Rauch und Tilo Baumgärtel ihre Ateliers haben. Doch auch die Lehrergeneration um Arno Rink und Ulrich Hachulla kann sich gut behaupten. Ebenso wie die Leipziger der ersten Stunde, Werner Tübke (Abb.) oder Wolfgang Mattheuer. Dem Frankfurter Galeristen Karl Schwind, der schon vor der Wende Kontakt zur jungen Kunstszene in Leipzig und Dresden pflegte, bot sich nach Tübkes Tod die Chance, dessen Villa in der Pleißestadt zu erwerben. Kurzerhand verlegte Schwind 2005 seinen Hauptsitz dorthin. Nun ist Ende 2011 eine Berliner Filiale dazugekommen, eine echte Bereicherung der ohnehin quirligen Auguststraße, in der die ostdeutsche Szene der Galerie Eigen + Art, Leo.Coppi und der Galerie Berlin so optimal ergänzt wird. Der Schwerpunkt liegt auf der figürlichen Kunst – und man ist erstaunt, wie variantenreich die im Westen lang verpönte Tendenz sein kann. Frisch von der Staffelei schreitet Arno Rinks lebensgroße­ ­„Judith“ aus dem Bild. Sinnierend gibt sich ­Johannes Grützke im Selbstporträt. Da Schwind den künstlerischen Nachlass von Tübke und Mattheuer betreut, kommen auch ältere Positionen zu ihrem Recht. Preislich spielt die Galerie Schwind übrigens in der Champions League mit Eigen + Art.

Text: Martina Jammers

Foto: Galerie Schwind / Berlin / Werner Tüble, „Strandfest“ 1997

tip-Bewertung: Sehenswert

Galerie Schwind Auguststraße 19, Mitte, Mi–Fr 13–18 Uhr, Sa 11–14 Uhr

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