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Gallery Weekend 2020: Diese Ausstellungen lohnen sich – von Ólafur Elíasson bis Barbara Hammer

Das Gallery Weekend glänzt 2020 erneut mit Ausstellungen namhafter Künstler*innen: Philippe Parreno, Ólafur Elíasson und Bettina Pousttchi. Daneben zeigt es sich in diesem Herbst sehr flexibel: Wegen der Pandemie entzerren die Galeristen und Galeristinnen das Geschehen. Manche öffnen ihre Türen schon vor dem 12. September, dem offiziellen Start des Gallery Weekend, andere öffnen am Samstag und Sonntag dagegen nur kurz. Die freitägliche Eröffnungssause und das Dinner für VIPs und Sammler entfallen 2020.

Doch zusätzliche Fläche für Besucher*innen entsteht beim Gallery Weekend 2020 auf Terrassen und Balkons, und die Kernöffnungszeiten stehen fest: Sonnabend und Sonntag 12 bis 19 Uhr. Danach kann es wieder fluide werden: Wer sich die Ausstellungen lieber später anschauen möchte, sollte die Laufzeiten besser noch einmal checken – auch sie können sich in diesem Herbst kurzfristig ändern. Hier sind unsere Empfehlungen für das Gallery Weekend 2020.


Borch Gallery: Fiona Tan beim Gallery Weekend 2020

Gallery Weekend: Fiona Tan: Shadow Archive IV, 2019 Photogravure, © the artist, courtesy BORCH Editions1, Copenhagen/Berlin/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Fiona Tan: Shadow Archive IV, 2019 Photogravure, © the artist, courtesy BORCH Editions1, Copenhagen/Berlin/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Das Buch „Utopia” (1518) des englischen Staatsmanns Thomas More dient Fiona Tan alsAusgangspunkt für ihre Serie „Ideas of Utopia. Studies for Elsewhere“ (2018). Die Künstlerin stellt sich in Fotogravuren und eigenen Texten das heutige Los Angeles als Insel mit einer idealen Gesellschaft vor. Die Serie „Shadow Archive” (2019) verbildlicht eine Idee der Pazifisten Paul Otelet und Henri La Fontaine für ein Archiv des Weltwissens.

  • Borch Gallery, Goethestraße 79, Charlottenburg, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr,. Regulär Di – Fr 11 – 16 Uhr, 12.9. – 31.10.

Buchmann Galerie: Bettina Pousttchi, Clare Woods

Bettina Pousttchi: Vertical Highways A12, 2020, Leitplanken, Stahl. Foto: Michael Schultze, Courtesy Buchmann Galerie und die Künstlerin

Die gemalten Stillleben der studierten Bildhauerin Clare Woods in der Hauptgalerie reflektieren emotionale und geistige Zustände während des Lockdowns. Der kleinere Galerieraum Buchmann Box zeigt Bettina Pousttchis neue Skulpturen aus Leitplanken, wie sie im Frühjahr in der Berlinischen Galerie große Beachtung fanden.

  • Buchmann, Charlottenstr. 13, 10969 Kreuzberg
  • Buchmann Box, Charlottenstr. 75, Mitte, 12.9. 10 – 19 Uhr, 13.9. 10 – 19 Uhr, Regulär Di – Sa 11 – 18 Uhr, 9.9. – 31.10.

Galerie Dittrich & Schlechtriem:
Andreas Greiner beim Gallery Weekend 2020

Gallery Weekend 2020: Andreas Greiner: Jungle Memory 0010, 2019. Foto: Jens Ziehe/ Andreas Greiner/ Courtesy Dittrich & Schlechtriem
Andreas Greiner: Jungle Memory 0010, 2019. Foto: Jens Ziehe/ Andreas Greiner/ Courtesy Dittrich & Schlechtriem

Aus ungezählten Fotos, aufgenommen in zwei politisch hoch umstrittenen Wäldern, dem Hambacher Forst und dem von Rodung bedrohten polnischen Białowieża-Urwald, hat Andreas Greiner digitale Bilder errechnen lassen. Seine Gratwanderung zwischen Öko-Idyllen und umweltverschlingender Technik triggert kulturell geprägte Vorstellungen vom Wald, die längst nicht mehr mit der Realität übereinstimmen.

  • Dittrich & Schlechtriem, Linienstr. 23, Mitte, 11.9. 10 – 19 Uhr, 12.9. 10 – 12 Uhr, 13.9. 10 – 12 Uhr, Regulär Mo – Sa 11 – 18 Uhr, 11.9. – 31.10.

Galerie Ebensperger: Marta Górnicka

Marta Górnicka: 2018 Jedem das Seine (Produktionsfoto), Premiere 2018 an den Münchner Kammerspielen, Foto: David Baltzer / Courtesy Maxim Gorki Theater

Die Theaterregisseurin Marta Górnicka, oft am Gorki-Theater zu erleben, hat den antiken Chor zu neuem Leben erweckt. Die Galerie Ebensperger zeigt einen Überblick über Górnickas Schaffen und Filme zu ihren Stücken. Parallel will Górnicka den neuen Kiosk des Gorki-Theaters eröffnen.

  • Ebensperger, Krematorium Wedding, Plantagenstr. 30, Wedding, 12.9. 12–19 Uhr, 13.9. 12–19 Uhr, Regulär Fr 12–18, Sa + So 11–17 Uhr, 12.9. – 8.11.
  • Gorki Kiosk, Dorotheenstr. 3, Mitte, Mo – Sa 12 – 18.30, So 16 – 18.30 Uhr

Galerie KOW: Barbara Hammer

Barbara Hammer: Sync Touch (Filmstill), 1981, Courtesy: the Estate of Barbara Hammer and KOW Berlin

Barbara Hammer (1939 – 2019) war bereits im Frühsommer bei KOW zu sehen, in einer Ausstellung mit Arbeiten zum und aus dem Lockdown. Mit frechem Lächeln schnitt sie sich da in einem Kurzfilm von 1978 die mittellangen Haare ab. Nun zeigt die Galerie KOW nachgelassene Arbeiten der queer-feministischen Experimental-Filmkünstlerin aus Kalifornien.

  • KOW, Lindenstr. 35, Kreuzberg, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr, Regulär Di – Sa 12 – 18 Uhr, 12.9. – 7.11.

Galerie Neu: Victor Man

Gallery Weekend 2020: Victor Man: A lelkek temetöje, der Friedhof der Seelen, 2019, Foto: Stefan Korte,  Courtesy: the artist and Galerie Neu, Berlin
Victor Man: A lelkek temetöje, der Friedhof der Seelen, 2019, Foto: Stefan Korte, Courtesy: the artist and Galerie Neu, Berlin

Seinen dunklen Farben bleibt der Maler Victor Man treu: In seinen Gemälden finden 18. Jahrhundert, Klassische Moderne und ein skeptischer Blick auf die Gegenwart zusammen. Victor Man studierte in Cluj, inzwischen hat er zweimal an einer Venedig-Biennale teilgenommen. Seine Einzelausstellung zeigt neue Gemälde, darunter ein Selbstporträt, in dem Man mit Geschlechterzuschreibungen und dem Erbe der Religion spielt.

  • Galerie Neu, Linienstr. 119 abc, Mitte, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr, Regulär Di – Sa 11 – 18 Uhr, 9.9. – 31.10.

Galerie Neugerriemschneider:
Ólafur Elíasson, Isa Genzken

Gallery Weekend:; Ólafur Elíasson: Your sun seen from Mars, 2020 gefärbtes Glas, Filterglass für Farbeffekte, Silber, Treibholz. Foto: Jens Ziehe, © Studio Olafur Eliasson, courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin
Ólafur Elíasson: Your sun seen from Mars, 2020 gefärbtes Glas, Filterglass für Farbeffekte, Silber, Treibholz. Foto: Jens Ziehe, © Studio Olafur Eliasson, courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin

In Island überraschte Elíasson im Sommer 2020 mit einer Ausstellung zarter Aquarelle. Sie setzen sich mit der Physik des Lichts auseinander, und gemalt wurden sie von Stückchen schmelzenden Gletschereises. Zum Gallery Weekend überrascht der Künstler nun mit einer immersiven Lichtinstallation zum frühen Experimentalfilm. Im zweiten Raum zeigt die Galerie die monumentale Skulptur „Stapelhaus“ (1987) der Bildhauerin Isa Genzken.

  • Neugerriemschneider, Linienstr. 155, 10115 Berlin-Mitte, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr, Regulär Di – Sa 11 – 18 Uhr, 12.9. – 24.10.

Galerie Gregor Podnar: Marcius Galan beim Gallery Weekend 2020

Marcius Galan: Erased Composition, 2019, Radierer auf Schneidholz und Rahmen Foto: Edouard Fraipont, Courtesy: The artist and Gregor Podnar, Berlin

Wie bei vielen Künstler*innen der Galerie besticht auch das Werk von Marcius Galan aus Brasilien durch sparsamen und gerade deshalb effektvollen Einsatz des Materials. Aus Radiergummis entstehen Bildobjekte, und auch Ziegel können zeichnen. Thema ist das Verhältnis der inneren zur äußeren Welt.

  • Gregor Podnar, Alt-Moabit 110, Moabit, 12.9. 10 – 12 Uhr, 13.9. 10 – 12 Uhr, Regulär bitte erfragen unter gregorpodnar.com/contacts 11. 9. – 21.11.

Galerie Esther Schipper: Philippe Parreno, Ugo Rondinone

Ausstellungsansicht: Philippe Parreno, Gropius Bau, Berlin, 2018 Courtesy the artist and Esther Schipper, Berlin, Foto: Andrea Rosetti

Ugo Rondinone, ein Schweizer in New York, zeigt neue Skulpturen seiner Serie „Nonnen und Mönche“, die an die Jungsteinzeit erinnern mögen, doch durch ihre Farbgebung sehr gegenwärtig wirken. Und Philippe Parreno aus Frankreich verwandelt einen Teil der Galerie in einen multimedialen Klang-Licht-Raum, in dem manche Objekte auch vergänglich sind.

  • Esther Schipper, Potsdamer Str. 81e, Tiergarten, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr, Regulär Di – Sa 11 – 18 Uhr, 11.9. – 17.10.

Galerie Sprüth Magers: Andreas Gursky

Andreas Gursky: Pigs I, 2020, Foto: Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn / 2020 Courtesy Sprüth Magers

Drei Monate vor seiner großen Retrospektive in seiner Geburtsstadt Leipzig zeigt der Fotograf Andreas Gursky neue Arbeiten in Berlin. Vom Blick aus dem Orbit geht es bei Gursky zurück zum irdischen Detail: zu Fenstern, Kreuzfahrtschiffen, Umweltkrisen und Tier (un-)wohl.

  • Sprüth Magers, Oranienburger Str. 18, Mitte, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr, Regulär Di – Sa 11 – 18 Uhr, bitte Besuch reservieren: spruethmagers.com/locations, 5.9. – 1.11.

Galerie Barbara Wien und Galerie Daniel Marzona: Nina Canell

Gallery Weekend 2020:Nina Canell: Craver, 2020 Fossilisierter Kalkstein, Gummiblase, Schalttafel. Foto: Robin Watkins,  Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien Berlin
Nina Canell: Craver, 2020 Fossilisierter Kalkstein, Gummiblase, Schalttafel. Foto: Robin Watkins, Courtesy of the artist and Galerie Barbara Wien Berlin

Die Arbeiten der Berliner Künstlerin aus Schweden leben von der Spannung zwischen ihren Materialien: Nina Canell kombiniert Gummi und Beton, Strom, Glas und Textil, Zement, Rauch, Radiofrequenzen. Ihre Einzelschau bei Barbara Wien ist eine Kooperation zum Gallery Weekend mit der Galerie Marzona, die ebenfalls Canell zeigt.

  • Barbara Wien, Schöneberger Ufer 65, Tiergarten, 3. Stock, 12.9. 10 – 19 Uhr, 13.9. 10 – 19 Uhr, Regulär Di – Fr 13 – 18, Sa 12 – 18 Uhr, 9.9. – 7.11.
  • Daniel Marzona, Marienstr. 10, Mitte, 12.9. 12 – 19 Uhr, 13.9. 12 – 19 Uhr, Regular Mi – Fr 11 – 18, Sa 12 – 18 Uhr, 9.9. – 24.10.

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Die besten Ausstellungen der Berlin Art Week 2020 empfehlen wir euch hier. Und die 11. Berlin Biennale läuft bereits – hier erfahrt ihr, was wichtig ist. Frühzeitig Tickets sichern solltet ihr euch für Kunst im Club: So gut ist die Boros-Ausstellung „Studio Berlin“ im Berghain. Wir haben uns auch die Ausstellung „Memories of now“ im Tacheles angesehen. Und in der Berlinischen Galerie dokumentiert „Die gezeichnete Stadt“ den Wandel Berlins.

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