Ausstellungen

„Gaytown“ in der Galerie Peres Projects temporary space

James_FrancoVielleicht gäbe es diese Kunstnotiz nicht, wenn der Künstler, über den hier gesprochen wird, nicht James Franco hieße und ein Hollywoodstar wäre. Vielleicht gäbe es sie aber doch, denn die Werke, die Franco in den temporären Räumen der Galerie Peres Projects zeigt, sind meilenweit entfernt von jener Promi-Kunst, die man zu Recht fürchtet. Die Ausstellung mit dem doppeldeutigen Namen „Gaytown“ („gay“ kann im Englischen sowohl glücklich/freudig als auch homosexuell bedeuten), der sich wohl auf Hollywood bezieht, ist obsessiv, ja monomanisch: Die Wände des Ausstellungsraumes sind über und über mit bedruckten Teppichen behängt, auf die Franco in schrillen Farben Kommentare und Statements gemalt beziehungsweise geschrieben hat. Neben einem guten Schuss Egozentrik lassen sich einige immer wiederkehrende Motive entschlüsseln: Sex, Mode (mit der er kritisch ins Gericht geht), die Boulevardpresse (sein eindringlichster Kommentar hierzu: boring, langweilig), fette Tiere und James Franco. Zu den Teppichen kommen Malereien, wilde Assemblagen und – natürlich – Videoinstallationen. Hauptsächlich mit Filmen, in denen Franco selbst spielt. Glücklicherweise schwingt in der Präsentation und Kommentierung der Arbeiten neben dem Selbst auch immer ein ordentlicher Schuss Ironie mit, sodass die Identifizierung der Person Franco mit dem Schauspieler Franco eine durchaus gebrochene zu sein scheint.

Text: Philipp Koch

Foto: Peres Projects

tip-Bewertung: Sehenswert 

Gaytown Peres Projects temporary space, Karl-Marx-Allee 87, Friedrichshain, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 9.3.

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