Ausstellungen

Gemeinschaftsausstellung im Kunst-Werke Berlin

Auf dem Rücken im Gras liegen und im Himmel einem Vogel zuschauen, der sich von der Luft getragen langsam immer höher schraubt ? es gibt fast nichts, was ich im Sommer lieber tue. Ziemlich nahe dran an dieses Gefühl kommt zurzeit eine Ausstellung von Albrecht Schäfer, ?Winds and Windings? in den Kunst-Werken. Nicht nur, weil dort der Blick einer Kamera und auch noch das projizierte Bild dem Gleiten eines solchen Vogelflugs folgen, sondern auch, weil er mit einer großen Skulptur aus gebogenen Latten die Anmutung von Wind und Weite, von Wellen und Kühle in den Raum überträgt. Seine Ausstellung spielt über zwei Etagen, unter ihm zeigt die junge Dresdner Fotografin Ricarda Roggan ihre raffiniert inszenierten Stillleben von Wind in den Bäumen oder zerknautschten Karosserien, darüber laufen alte Filme, in denen der Bildhauer Richard Serra Zeit, Bewegung und Raum mit kleinen performativen Stücken ausmaß.

Gemeinsam ist allen drei Präsentationen nach den vielen Materialschlachten in der Kunst der letzten Zeit die großzügige Bemessung von Ausstellungsraum und Werk. So entdeckt man erst die Doppelbödigkeit in den Inszenierungen der scheinbar unspektakulären Räume von Roggan oder die Beziehungen zwischen Serras Filmen und Albrecht Schäfer. Bei beiden spielt nämlich das Licht des Projektors, das ohne Bild so tut, als ob es ein Fenster wäre, eine Rolle. Und wie der Schein dann doch wieder vom Sein überlagert wird, das verbindet Serra mit Roggans Bildern.

Text: Kathrin Bettina Müller

Albrecht Schäfer, Ricarda Roggan
und Richard Serra
KW ? Institute for Contemporary Art,
Di-So 12-19 Uhr, bis 7.September

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