Ausstellungen

„Gespiegelte? Zahlen“ von Iris Braun

Iris Braun
Begonnen hat die Abrechnung in Sachen Besucherzahlen am Kulturforum. Da hat es sich der „Spiegel“, mit Verlaub, ein bisschen einfach gemacht. Dem Kunstgewerbemuseum fehlt die Akzeptanz? Unbestritten. Auch nach der Umgestaltung geht es dort nicht frischer zu. Und dass das, was die Gemälde­galerie zu bieten hat, in keinem Verhältnis zu den Besucherzahlen steht? Geschenkt. Andernorts wäre allein diese Sammlung die Hauptattraktion der Stadt, etwa in Amsterdam oder Frankfurt am Main. Oder in, sagen wir, Hamburg. Das spricht nicht gegen Berlin. Die schiere Menge an Kunst ist eben Fluch und Segen. Rembrandt ist offensichtlich nicht das, was Touristen hier suchen. Was sie erwarten: Kunst und Kunstgewerbe des 20. Jahrhunderts. Der im „Spiegel“ infrage gestellte Neubau der Moderne könnte es gut schaffen, Besucher ähnlich zu fokussieren, wie es der Neuen Nationalgalerie immer wieder gelingt. Dem Neubau des Bauhaus-Archivs ist Ähnliches an Zugkraft zuzutrauen und auch das Humboldt-Forum hat ein fähiges Team beieinander. Was außerdem bei den Besucherzahlen nicht vergessen werden darf: Museen wie der Hamburger Bahnhof zeigen nicht nur experimentelle Kunst – hinter den Kulissen bewahren sie auch Werke und Werte.

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