Ausstellungen

Give us the Future im NBK

nbk_GUTF_Fock_c_NeuerBerlinerKunstverein_JensZieheEinen rotzigen Punksong hat Kurator Frank Wagner ausgesucht und ihn, leicht variiert, zum Slogan der Sammelausstellung im Neuen Berliner Kunstverein gemacht. Er setzt damit einen starken Akzent, obwohl er auf die Auslese der Künstler keinerlei Einfluss hat, denn sie sind die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Arbeitsstipendiums Bildende Kunst des Berliner Senats 2013. Aber durch die Auswahl der Werke hat Wagner dafür gesorgt, dass viele Videos, Fotografien, Malereien, Skulpturen und Installationen um gescheiterte Utopien kreisen und um das Begehren nach Zukunft.

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Adrian Lohmüller etwa hat in seiner Installation „Fordlвndia“ brasilianische Erde und einen imitierten Füllfederhalter des Auto-Titans Henry Ford in einem Terrarium montiert. Eine Heizstange lässt die Scheiben tropisch beschlagen. Es geht Lohmüller darum, wie sich der Regenwald einer Geisterstadt wieder bemächtigt, deren Ureinwohner in den 1920ern Kautschuk für Autoreifen ernten sollten. Die Künstlerin Pia Linz suggeriert in ihrer Bleistiftzeichnung eine Draufsicht auf den New Yorker Central Park, verzerrt aber die Perspektive spannend durch Augenmaß und Begegnungen vor Ort. Wie erleben wir Orte im Zeitalter von Google Maps? Und Amir Yatziv arbeitet sich mit einer Nylon-Plastik und einem HD-Video an einer monströsen Hausbaumaschine ab, die der Nazi-Architekt Speer einsetzen wollte.

Insgesamt wird der Blick überraschend oft in die Vergangenheit gelenkt, aber durchaus mit dem Impuls, auch Utopien von heute auf der Strecke bleiben zu sehen und neue finden zu wollen.

Text: Stefan Hochgesand

Foto: Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe

tip-Bewertung: Sehenswert

Give us the Future Neuer Berliner Kunstverein, Chausseestraße 128/129, Mitte, Di–So 12–18 Uhr, bis 20.4.

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