Ausstellungen

Glück des richtigen Moments

Robert Lebeck

Wie war das Lebensgefühl nach dem Krieg in Deutschland? 113 Fotografien aus der Sammlung Fricke geben einen Eindruck. Sie beleuchten Trümmer und Wirtschaftswunderzeit. Zudem hat die Witwe des Fotojournalisten Robert Lebeck in der Bilderkiste gekramt und eine breite Auswahl unveröffentlichter Arbeiten aus den 50er bis 70er Jahren zusammengestellt. „Face the Camera“ reiht Aufnahmen aus aller Welt nach dem Kraut- und Rüben-Prinzip aneinander. Natürlich sind Perlen darunter. Doch Romy Schneider zwischen einen spanischen Stierkampf, hungernde Inder sowie Kinder auf der Karl-Marx-Straße zu hängen, wirkt deplatziert. Wobei letzteres Bild zweier Mädels mit wehendem Röckchen auf dem U-Bahnschacht ahnen lässt, wieviel Glück und Geistesgenwart dazu gehört, die Kamera im richtigen Moment zu zücken.
Auch das Ehepaar Fricke hat Bilder Lebecks, der für „Stern“ und „Geo“ um die Welt reiste, erworben. Diese zweite Ausstellung zeigt „Aufbrüche – Bilder aus Deutschland“, von den Nachkriegsruinen bis zum Mauerfall 1989, dokumentiert durch Barbara Klemm. Insgesamt 33 Fotografen sind dabei. Darunter sind Entdeckungen zu machen, etwa die großartigen Fotos aus dem Ruhrpott von Jürgen Hebestreit und Rudolf Holtappel. Aber auch Sibylle Bergemann, Hermann Claasen, Rudi Meisel, Engelbert Reineke oder Jewgeni Chaldej erzählen spannende Geschichten.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Archiv Robert Lebeck

Willy-Brandt-Haus Stresemannstr. 28, Kreuzberg Di-So 12-18 Uhr, bis 22.5.

Mehr über Cookies erfahren