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„Glückskeks? Til“ von Stefan Hochgesand

 

Stefan Hochgesand

Til Schweiger hat den perfekten Namen für eine Karriere in China. Viele werden jetzt schon auf­atmen und denken: „Zаijiаn – und tschüss, Til!“ „Shuаigк“ ?(die chinesische Version seines Namens) heißt auf Mandarin nämlich nicht „der auf den Mund gefallen ist“, sondern schlicht: Adonis. Beau. Gut aussehender Bursche. Und so sieht sich der Gute doch auch selbst. Wie auch als veritabler Schauspieler.
Allen Popcorn-Erfolgen zum Trotz („Kokowääh 2“, „Keinohr­hasen“ und „Zweiohr­küken“) versucht er deshalb beharrlich den Sprung ins Arthouse-Fach. So vor zwei Jahren auf der Berlinale als Darko im Film „Lang lebe Charlie Countryman“. Der war immerhin für den Goldenen Bären nominiert.
Und Shuаigк bastelt an seinem nächsten Coup, der ihm artige Arthouse-Credibility sichern könnte: ein Film mit Ai Weiwei. Die allerhöchsten Weihen der internationalen Kunst­szene also. Auch Ai kennt natürlich die Gesetze des Marktes und wird sich gedacht haben: „Ein so gut aussehender Bursche wie Shuаigк kann meinem Film nicht schaden.“ Vermutlich hat er den letzten Schweiger-Tatort ver-?passt. „Berlin, I love you“ wird übrigens ein süßsaurer Episodenfilm im Stil von „Paris, je t’aime“. Da Ai nach wie vor unter Land­arrest im Reich der Mitte steht, funkt er seine Regie­anweisungen über Skype an den Mauern der Zensur vorbei. Berlin, I love you! Der Rest ist Schweigen.“

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