Ausstellungen

Goldmauer von Lea-Maria Brinkschulte

Lea-Maria Brinkschulte

Im Jahr 1989 vergoldete der Künstler Herbert Fell ein Stück der Berliner Mauer auf der Westseite. 25 Jahre später wollte er die Aktion an der Topographie des Terrors wiederholen. Unter dem Titel „Mauerhealing“ sollten außerdem die Eisenstäbe, die aus dem Beton ragen, mit Watte verpackt werden. Er wollte also die Mauer reparieren. Da drängen sich einem sofort unschöne Assoziationen auf, die aber in die falsche Richtung gehen. Denn Fell will nicht die Mauer wieder­herstellen. Ihm geht es um „den archäologischen Erhalt der Mauer als Denkmal“, darum, „die Mauer im Kopf inhaltlich umzudrehen“. Kaum hatte er den Kleister für das Blattgold an der West­seite aufgebracht, stoppte ihn das Servicepersonal. Fell daraufhin: „Sind Sie nachts auch da?“ – „Nachts ist sogar ein Hund da“, so die Antwort. Das allerdings hielt Fell nicht ab. Er kehrte frühmorgens zurück und brachte unbemerkt ein Stück Blattgold auf der vom Gelände aus nicht einsehbaren Ostseite an. Man mag davon halten, was man will, aber Fell freut sich zu Recht, dass die Ost­seite der Mauer heute für West-Berliner zugänglich ist und umgekehrt.

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