Ausstellungen

Gunnar Örn Gunnarsson in der Galerie Moeller Fine Art

Gunnar_Oern_Gunnarsson_1989_untitled_Dwg1_c_CourtesyMoellerFineArtDa kann man seit vier Jahren zum Preis eines BVG-Tickets quasi einen Ausflug an die New Yorker Upper Eastside machen und kaum einer hat es gemerkt. Die Rede ist von der Galerie Moeller Fine Art, deren dezent glamouröse Räume im historischen Palais Jäger das Klischee widerlegen, Kunst bedürfe eines kalten „White Cubes“.

Weil man nicht jeden Tag Feininger, Klee, Picasso, Kandinsky, Duchamp oder Kitaj genießen kann, lädt der Familienbetrieb diesmal zu einem farbenfrohen Abstecher nach Island ein: Von dort stammt der als Mentor von Olafur Eliasson bekannte Autodidakt Gunnar Örn Gunnarsson, dessen Ausstellung „Юurrlendi“ Leinwände und Arbeiten auf Papier aus den Achtzigerjahren versammelt. Inspiriert von isländischen Volkssagen und der Malerei der CoBrA-Gruppe verbinden sich Figuration und Expression zu einer überzeugenden und eigensinnigen Ausdrucksform, die in Seelenlandschaften zu sich findet, bevölkert von rätselhaften Mischwesen zwischen Mensch und Tier. Das fordert den Betrachter nicht nur zwingend zum Dialog auf, sondern verleitet auch zur Introspektion: Wer bewohnt eigentlich die eigenen Innenwelten und wie sieht es da so aus?

Eine Ausstellung, deren Besuch sich nicht nur für Freunde einer besonders im Berlin der Siebziger- und Achtzigerjahre geschätzten Malerei lohnt, sondern auch für seriöse Sammler mit Möglichkeiten: Trotz Biennale- und Guggenheim-Präsenz sind die Preise für Gunnarssons Werke noch vergleichsweise moderat.

Text: Gunnar Lützow

Foto: Courtesy Moeller Fine Art 

tip-Bewertung: Sehenswert

Gunnar Örn Gunnarsson – Юurrlendi? Moeller Fine Art, Tempelhofer Ufer 11, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 18.4.

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