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Hans Arp im Georg-Kolbe-Museum

Hans Arp im Georg-Kolbe-Museum

Wie modern die abstrakten Bronzen des in Straßburg geborenen Bildhauers Hans Arp (1886-1966) sind, lässt sich im Georg Kolbe Museum ermessen. Dass Arp, der das ganze Universum als Kunst betrachtete, ein Zeitgenosse Kolbes war, mag man kaum glauben. Zwischen beiden Künstlern liegen Welten. Statt naturgetreuer Darstellungen schuf Arp natürlich anmutende Abstraktionen, Metamorphosen von Mensch und Natur. Man begegnet einem „Pflanzentorso“ mit weiblichen Rundungen. Eine „Menschliche Konkretion auf ovaler Schale“ windet sich wie ein Gewächs. Anfangs hat er auch gemalt, 1914 eines der frühesten abstrakten Bilder überhaupt: „Die Kreuzigung“. Er dichtete und fotografierte. „Die Kunst aber soll zur Geistigkeit, zur Wirklichkeit führen. Diese ist weder die objektive Wirklichkeit noch die subjektive, gedankliche, sondern eine mystische“, befand er. Eine einzige Nation oder Sprache war ihm zu eng. Für die Franzosen ist er Jean, für uns Hans. Arp selbst bezeichnete sich als Träumer, der den unsichtbaren Gehalt der sichtbaren Gestalt beschwört.   

Text: hil

Foto: Privatsammlung Wolfgang Morell/ VG BildKunst 2015/ Rekord Film

Georg Kolbe Museum Sensburger Allee 25, Charlottenburg, Di–So 10–18 Uhr, bis 11.10.

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