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Heike Baranowsky in der Galerie Barbara Weiss

Heike Baranowsky in der Galerie Barbara Weiss

Eine faszinierende isländische Berglandschaft, in der Totale gefilmt und an die Galeriewände projiziert, wird von sakral klingendem Gesang eines Frauenchors umfangen. Am Fuß des Vulkans Eyjafjallajökull, dessen Name von allen Nachrichtensprechern geübt wurde, als er 2010 den weltweiten Flugverkehr lahmlegte, befindet sich ein hundert Jahre altes an den Fels gemauertes Schwimmbecken. Eine Kuriosität an sich! Dorthin hat Heike Baranowsky, 46, ihre Kunstaktion um Variationen des isländischen Wiegenlieds „KviKvi“ verlegt. Die Aufnahmen von Landschaft und Gesangsperformance wirken auf den ersten Blick dokumentarisch. Doch Baranowsky manipuliert, spielt mit den zeitlichen Abläufen, spiegelt, verdoppelt, wiederholt Szenen, immer dominiert vom hallenden Gesang aus dem Off. Als wollte sich die Künstlerin einerseits vor dieser beeindruckenden Landschaftsszenerie andächtig verbeugen, sie andererseits aber einfangen und erobern. Die deutsche Fotografin und Videokünstlerin zeigt ihre Faszination für Skurriles und Geheimnisvolles immer wieder in der Auswahl von außergewöhnlichen Orten und Begebenheiten, die sie für ihre Filmaufnahmen auswählt, um sie dann mithilfe der digitalen Technik für sich zu formen und wie eine Bildhauerin als ihr Werk zu vereinnahmen.   

Text: Constanze Suhr

Foto:
Fotos Jens Ziehe / VG Bild-kunst, Bonn / Courtesy Heike Baranowsky / Galerie Barbara Weiss, Berlin

Galerie Barbara Weiss Kohlfurter Straße 41-43, Kreuzberg, ?Di–Sa 11–18 Uhr, bis 26.4.   

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