Ausstellungen

Heinz Mack in Berlin

MACK_KarosteleEr ist der Künstler mit den meisten Werken im öffentlichen Raum, deutschlandweit. Auch in Berlin hat Heinz Mack seine Zeichen gesetzt. Den 35 Meter hohen „Lichtpfeiler“ am Europa-Center zum Beispiel, welchen 1?550 computergesteuerte Halogenlampen zum Glühen bringen. Tagsüber wechselt der Obelisk seine Farbigkeit je nach Lichtverhältnissen. Das Licht sei für seine Kunst entscheidend, sagt der 81-Jährige. Von Spiegelungen und Leuchtkraft faszinieren lassen kann sich der Besucher jetzt in seiner Werkschau bei Arndt. Die offenbart ein stimmiges Ganzes, das bei aller Geschlossenheit erstaunlich viel Abwechslung bietet. Der Zero-Künstler beherrscht als Maler, Bildhauer, Zeichner und Architekt virtuos die verschiedenen Medien. Dabei lotet er gerne die Grenzen des lichttechnisch Machbaren aus, so im schillernden „Cabinet of Light Treasures“ von 1964. Bewegliche Elemente aus Aluminium und Plexiglas sorgen dafür, dass es glitzert und funkelt. Daneben vermittelt ein „Kleiner Lichtwald“ dünnster Aluminiumstreifen, die elek­trisch bewegt werden, flirrende Strahlkraft.

Die musealen Arbeiten entstanden zwischen 1958 und 2012. Je jünger sie sind, desto farbiger werden sie. Man schreitet in den Räumen eine konsequente Entwicklung ab, auch wenn die beziehungsreiche Aufhängung nicht chronologisch ist. Angefangen beim „Weißen Relief“ aus Kunstharz auf Leinwand und Holz, über die kinetische Rotorarbeit „Prism Whirl“ bis hin zu farbenfroher Malerei und Zeichnung auf edlem Bütten. Mit der blitzend weißen, doch nicht monotonen „Marmorstele“ von 2012 schließt sich der Kreis. Wahrlich ein Lichtquell in trüben Tagen.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: VG Bildkunst, Köln 2012 / Atelier Mack

tip-Bewertung: Herausragend

Heinz Mack in Berlin Arndt, Potsdamer Straße 96, Tiergarten, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 28.2.

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