Ausstellungen

Helen Mirra in den Kunstwerken

Helen_MirraField Recordings sind von Wissenschaftlern zum Zweck der Dokumentation angefertigte Tonaufnahmen der Natur. Mit dem Ansatz hat sich Helen Mirra in ihrem Projekt „gehend (Field Recordings 1-3)“ dem Weg und Wegesrand gewidmet und versucht, diese Form der Dokumentation in ihre bildnerische Arbeit zu übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Haus Konstruktiv in Zürich, dem Bonner Kunstverein und den Berliner Kunst-Werken hat die amerikanische Künstlerin dazu je 30 Wanderungen in drei unterschiedlichen Landschaften unternommen und diese anhand von Drucken und Frottagen auf unbehandeltem Leinen dokumentiert: bei Zürich die Alpen, bei Bonn die Kulturlandschaft rheinische Tiefebene, in Berlin die Stadt als Raum.

In den Drucken widmet Mirra sich den kleinen und kleinsten Dingen: fein verästelte Zweige, Kieselsteine, die Gehwegplatten in der Allee der Kosmonauten, ein Baumstumpf im Grunewald. Am stärksten wirken dabei die minimalen, an Kalligrafie erinnernden Drucke, die bei den Gängen durch die Alpen und das Rheintal entstanden sind. Wie befreit schweben die Abdrücke von am Wegesrand Gefundenem auf dem rauen Leinen und haben den nötigen Platz drumhe­rum, um das Auge auf erstaunliche Details zu lenken. Die Berliner Arbeiten sind dagegen sehr dicht und haben einen mehr ornamentalen Charakter, was die leisen, meditativen und mitunter melancholischen Untertöne kaum zulässt, durch welche den minimalen Arbeiten ihre eindringliche Präsenz zukommt.

Text: Philipp Koch

Foto: Helen Mirra

tip-Bewertung: Sehenswert

Helen Mirra. Gehend (Field Recordings 1-3) KW Institute for Contemporary Art, bis 29.1.2012

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