Ausstellungen

„Himmel unter Berlin“: Wieder Tickets für exklusives Kunst-Event

In Berlin haben sich Kunstschaffende immer neue Orte gesucht für ihre Arbeiten. In der Pandemie erfuhr diese Kreativität noch einmal Aufschub: So entstanden neue, einmalige Kunsträume, in Clubs und Industriehallen. Dieses Gefühl der Exklusivität, Räume im Kontext von Kunst neu zu entdecken, könnt ihr nun noch einmal erleben: „Himmel unter Berlin“ ist eine Ausstellungsreihe an den dunkelsten Orten der Stadt – aufgrund der großen Nachfrage wurde noch einmal um eine Woche verlängert. Die Locations sind vorher geheim, die Anzahl der Gäste streng limitiert. tipBerlin gehört zu den Partnern, mit denen ihr exklusiv Tickets buchen könnt. Die erste Welle und die zusätzliche Woche waren ruckzuck ausverkauft, nun gibt es aufgrund der großen Nachfrage weitere Kontingente.

„Himmel unter Berlin“: In diesen Katakomben in Friedrichshain werdet ihr Kunst erleben – exklusiv und als Teil einer Community. Foto: HuB

„Himmel unter Berlin“: Ausstellungsorte sind bis 48 Stunden vorher geheim

Die Ankündigung für die exklusive Community von „Himmel unter Berlin“ liest sich spannend: Man möge sich vorstellen, an einer geheimen Bar zu sitzen, dann wird man zu einer Schranktür geführt, hinter der verborgene Kellerräume liegen. In den labyrinthartigen Gängen seht ihr Werke von 14 Künstler:innen, die dem verlassenen Ort neues Leben einhauchen.

Unteriridische Ausstellungen fanden in Berlin in den vergangenen Jahren öfter statt: Die Katakomben der Alten Münze öffneten sich für die Schau „Corona-Culture“, und in die Eingeweide des Kraftwerks an der Köpenicker Straße konnte man sich mit der „Metabolic Rift“-Tour führen lassen. Wo der „Himmel unter Berlin“ jeweils stattfidnen wird, ist aber ein Geheimnis. Erst 48 Stunden vor Beginn wird bekanntgegeben, wohin es geht. Nur, dass sich der Ort in Friedrichshain befindet, wird schon verraten – und dass er nach der Ausstellung nie wieder zu betreten sein wird. Lediglich 199 Menschen dürfen pro Abend teilnehmen. Alle, die ein Ticket gekauft haben, werden zudem zukünftig für alle weiteren Events dieser Art an anderen Orten exklusiv Karten buchen können.

Die beiden Ausstellungsmacher:innen Clara und Sven Sauer haben in den vergangenen sechs Jahren Kunstevents wie „The Dark Rooms Exhibition“ oder das „Lost Art Festival“ ins Leben gerufen. Hinter jeder dieser Ausstellung stand laut den beiden ein psychologischer Mechanismus, der dazu führen soll, dass sich das Publikum wieder stärker mit der Kunst beschäftigen. Beispielsweise wurde in „The Dark Rooms“ nur die Kunstwerke beleuchtet – der übrige Teil des Gebäudes war in tiefschwarze Dunkelheit getaucht. Die Besucher:innen verschwanden in dieser Finsternis. Keine Selfies. Keine Möglichkeit sich mit Prosecco selbst zu inszenieren. Der Fokus lag nur auf der Kunst.

„Himmel unter Berlin“ beschreiben die Verantwortlichen als ein neues Experiment. Sie hätten sich die Frage gestellt: „Wann verfestigen sich Erfahrungen von Kunstwerken in unseren Köpfen? Ein Mechanismus ist der Austausch mit anderen Menschen über das Erlebte.“ Deshalb treffen sich nach dem Ausflug in die Katakomben die Gäste mit ihren Freund:innen in einer roten Bar. „Für einen Teil des Abends werden sie in eine fantasievolle Parallelwelt entführt“, verspricht Clara Sauer. Diese Parallelwelt schaffen 14 Künstler:innen.

„Himmel unter Berlin“: Künstler:innen gestalten die Katakomben

Darunter Künstlerinnen wie Leigh Sachwitz (florafaunavisions), die bereits die Ausstellung Olympus Perspective Playground inszeniert hat, oder Lichtkünstler Boris Acket, der die schwebende Welle auf dem „Lost Art Festival“ erschuf. Alle Installationen sind neu und bisher in Berlin noch nicht gezeigt worden. 

„InsideOut“ ist eine 360-Grad-Installation. Foto: flora&faunavisions

Das preisgekrönte Design Studio flora&faunavisions, unter Leitung von Gründerin und Creative Director Leigh Sachwitz, kreiert seit 20 Jahren internationale und multimediale Werke, temporäre Räume und immersive Kunstaktionen. Bei „Himmel unter Berlin“ zeigt das Studio erstmals in Berlin ihre Installation „InsideOut“ – eine multisensorische und multimediale 360-Grad-Installation. 

Jeroen Cremers zeigt bei „Himmel unter Berlin“ eine Zusammenarbeit mit Sven Sauer. Foto: Carsten Beier

Jeroen Cremers‘ thematischer Schwerpunkt liegt auf den sozialen Strukturen und Verhaltensweisen des Menschen. Die Arbeiten zeigen desorientierte und verrückte Figuren einer Welt, die sich stetig wandelt. Jeroen wird bei “Himmel unter Berlin” zusammen mit dem Künstler Sven Sauer eine Installation zeigen. 

Julia Sossinkas dreidimensionale Malerei, in der Gäste versinken sollen. Foto: Carsten Beier

Julia Sossinkas Installationen bespielen den gesamten Ausstellungsraum – verwobene Elemente, deren Übergänge fließend und deren Grenzen nicht mehr eindeutig auszuloten sind. Ihre Arbeiten sind eine Einladung an die Besucher:innen, in die dreidimensionale Malerei einzutauchen, in ihr zu versinken, die Außenwelt für einen Moment zu vergessen und sich in einer Zwischenwelt aus Farbklängen, organischen Formen und Strukturen zu verlieren.

Mit Lasern in die Dunkelheit schießen: Magarete Hesses Kunst ist atmosphärisch. Foto: Magareta Hesse

Margareta Hesse zeigt eine neue raumspezifische Installation bei „Himmel unter Berlin“. „Die Wirkung ihrer ortsspezifischen Laserinstallationen liegt in der Generierung von multisensoriellen Ambienten und atmosphärischen Räumen für sinnliche Begegnungen, in denen sich Wahrnehmungen, Erfahrungen und Erlebnisse wirkungsvoll zum singulären Kunstereignis verstärken“, beschreibt Kunstwissenschaftlerin Pamela C. Scorzin die Kunstwerke. „Die Besucher:innen können sich der emotionalen Farbwirkung der Installation leiblich nicht mehr entziehen, da sie wiederum mit all ihren Sinnen selbst jeweils Bestandteil der Immersion werden.“ In den Katakomben werden wir erleben, wie gut das dieses Mal wieder funktioniert.

So kommt ihr mit tipBerlin an die Tickets

Tickets können nur über die Website von „Himmel unter Berlin“ gebucht werden, allerdings braucht ihr dazu einen Zugangscode – da tipBerlin Partner von „Himmel unter Berlin“ ist, dürfen wir ihn euch verraten. Wenn ihr diesem Link folgt, könnt ihr euch mit dem Code TipberlinDarkness in den Bestellbereich begeben. Der Start der ersten Event-Reihe war am 23. März, bisher sind Veranstaltungen bis zum 10. April geplant – es wurde eine Woche verlängert, ursprünglich war „Himmel unter Berlin“ bis 3. April geplant. Zudem wurden nun neue Kontingente freigegeben. Tickets werden wohl wieder ruckzuck weg sein.

Die Tickets kosten 32 Euro plus 2,90 Vorverkaufsgebühr. Im Preis inklusive ist ein Welcome-Drink in der roten Bar an der Location, zudem die Community-Card. Mit dieser könnt ihr exklusiv Tickets für die nachfolgenden Events bekommen. „Himmel unter Berlin“ wird so zu einer Event-Reihe.

Alle beteiligten Artists und Organisatoren arbeiten ehrenamtlich oder für einen Preis, der die Materialausgaben beziehungsweise die Anreise abdeckt, da allein die Bespielung solcher denkmalgeschützen Orte ohne jede Infrastruktur sehr kostspielig und aufwendig ist. Der Preis der Tickets ist auf das absolute Minimum reduziert. Mehr Infos zum Event auch auf der Website von „Himmel unter Berlin„.


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