Ausstellungen

Iman Rezai VS Flavio Degen in der Galerie Gerken

Iman-Rezai.Der Künstler hat sie betackert, beklebt, beworfen und dabei eine aufregende Dynamik kreiert, die geradewegs aus dem Inneren zu kommen scheint. Rezais Bilder (Abb.: „Volljährig“, 2011) besitzen die Kraft eines gewaltvollen Spektakels. Sie zu betrachten fühlt sich fast an, wie Zeuge eines schweren Autounfalls zu werden. Der Blick wird magisch angezogen, doch gleichzeitig ist der Betrachter erleichtert, nicht Teil davon zu sein. Die prallen, reliefartig aufgetragenen Materialien bilden Collagen aus einer von Krieg und Gewalt dominierten Kindheit und Jugend im Iran, gefolgt von einer achtjährigen, wie Rezai es selbst ausdrückt, „Berliner Straßenuniversität“. Der 1981 in Shiraz geborene Künstler wurde vergangenes Jahr Meisterschüler bei Leiko Ikemura an der Universität der Künste Berlin. Ebenso Jahrgang 1981 ist der in Berlin geborene Flavio Degen, der seit 2006 bei Hito Steyerl an der UdK studiert. Degen arbeitet wie Rezai mit gefundenen Materialien, die er als Collagen klebt, besprüht, übermalt. Mit nicht weniger Wucht, aber spürbar distanzierter als sein Kollege, kreiert Degen seine künstlerischen Kommentare. Es kann Kritik an Oberflächlichkeiten und Verschwendungssucht sein, aber auch reine Lust an den prallen Formen und Farben, wenn Degen Vergessenes und Vermülltes auf Leinwand, Fotos oder in Installationen wieder zu Leben erwachen lässt und im Ausstellungsraum neu beleuchtet.

Text: Constanze Suhr

Foto: www.galerie-gerken.de

tip-Bewertung: Sehenswert

Iman Rezai VS Flavio Degen Galerie Gerken, Auguststraße 49, Mitte, Di–Sa 12–18 Uhr, bis 23.2. 

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