Ausstellungen

Jean Dubuffet in der Galerie Bastian

Jean Dubuffet in der Galerie Bastian

Wie ein Phantom wächst Jean Dubuffets ­“Ziege“ aus dem erdigen Fond heraus. Das Gemälde in der typischen Ritztechnik gemahnt an archaische Höhlenmalerei. Man spürt förmlich die gestische Wucht – ja den Hieb – des Meisters der Art brut. In „Mirobolus, Macadam et Cie“hat der Maler das Profil einer schematisierten Aztekenfigur eingeritzt. „Malerei ist für mich wie der Blick durch eine magische Linse“, hat Dubuffet sein Verfahren treffend beschrieben. Betörend sind die Gemälde aus der „Schwarzen Periode“ von Jean Fautrier, der Dubuffet kongenial gegenübergestellt wird: Wie aus einem Wunderblock taucht seine ­“Petit nu noir“ in feurigem Rot auf. Ihr Gesicht ist verschattet. Umso markanter heben sich Brustwarzen und das Schamdreieck ab. Fautriers 1926 entstandene „Grande construction bleue“ scheint ihrem Titel zu widersprechen, ist doch die dominierende Farbe ein pastos aufgetragenes Elfenbeinweiß. Seine Schöpfungen oszillieren an der Grenze zur Abstraktion, ohne formlos zu werden.   

Text: Martin Jammers

Foto: Jörg von Bruchhausen

Jean Dubuffet in der Galerie Bastian Am Kupfergraben 10, Mitte, Do–Fr 11–17.30 Uhr, Sa 11–16 Uhr, bis 14.11.

Mehr über Cookies erfahren