Fotografie

Jürgen Klauke in der Galerie Guido W. Baudach

Die Arbeiten Jürgen Klaukes sprengen Grenzen – und sind auch nach 40 Jahren noch frisch und wegweisend

Jürgen Klauke Transformer (Detail), 1972/73 Farbige Fotosequenz, 6 tlg. 150 x 100 cm Courtesy der Künstler & Galerie Guido W. Baudach

Er spielt intensiv mit Geschlecht, Rolle und gesellschaftlichen Vorstellungen, wirkt dabei aber bei aller radikalen Verwandlung und aller Provokation nie kostümiert – allein wegen dieser Haltung sind Jürgen Klaukes Fotoarbeiten bis heute eine elementare Referenz für jede Form (Geschlechts)-Grenzen sprengender Kunst – aber eben auch noch viel mehr.
Der 1943 geborene Künstler beschäftigt sich bereits seit 1970 mit dem menschlichen Körper als Ausdrucksform und mit sich selbst als wichtigstem Sujet. Er hat bereits lange vor dem Mainstream interdisziplinär Malerei, Inszenierung und Fotografie vermischt, und zu einer Zeit, als das noch völlig unüblich war, in großformatigen Reihen und Werkgruppen gedacht und gearbeitet. Dies alles ist in der großen Einzelausstellung ­„Bewegtes Ich“ auch zu sehen.
Und zu spüren ist, wie frisch und modern diese Arbeiten, die bis in die frühen 1970er-Jahre zurückreichen, immer noch sind. Jürgen Klauke hat nicht nur den Gender-Begriff in der Kunst erweitert, er hat auch Klasse, Ironie und Distanz in einer Kunstform verankert, die gerade mit den Selbstinszenierungen der Selfie-Generation zurück in die Bedeutungslosigkeit geführt zu werden droht.

Jürgen Klauke. Bewegtes Ich Galerie Guido W. Baudach, Potsdamer Str. 85, Tiergarten, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 10.6.

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