Ausstellungen

Julian Rosefeldts Installation „Manifesto“

Julian Rosefeldts Installation

Künstlermanifeste sind im Zeitalter der Postmoderne ziemlich aus der Mode gekommen, weil wir im Feuerwerk von Ironie und Dekonstruktion die Gewissheiten verloren haben. Umso interessanter, dass der in Berlin lebende Künstler Julian Rosefeldt, Jahrgang 1965, sich in seiner neuen Arbeit „Manifesto“ mit 13 Künstlermanifesten auseinandersetzt, von Marinetti bis Jim Jarmusch, von Kazimir Malevich bis Adrian Piper. Von Rosefeldt in Textcollagen stark verdichtet, ist die Kraft dieser Manifeste extrem groß. Allein schon diese Bündelung von Energie würde davon überzeugen, dass sich die Beschäftigung mit den Thesen zorniger junger Künstler lohnt. Zudem führt Rosefeldt die historischen Texte visuell mit der gesellschaftlichen Gegenwart zusammen: in Monologen von 13 Frauen, alle verkörpert von Cate Blanchett.
   
Text:
Stefanie Dörre

Foto:
Julian Rosefeldt / VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Hamburger Bahnhof
Invalidenstr. 50–51, Tiergarten, Di–Fr 10–18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Sa+So 11–18 Uhr, 10.2.–So 10.7.

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