Ausstellungen

Jutta Koether in der Galerie Buchholz

koether_juttaGalerist Daniel Buchholz stellt mit Jutta Koether ein Mitglied der Rheinländer Künstlerelite der achtziger Jahre vor. Die Anfang-50-Jährige gilt als eine der zentralen Figuren der gegenwärtigen Malerei, in einer Liga mit Martin Kippenberger, Sigmar Polke und Albert Oehlen. Als Aufhänger der Einzelschau dient der Berliner Schlüssel; das in den 1920er Jahren in Berlin erfundene doppelbärtige Unikum zwang den Öffner eines Tores, dasselbe wieder hinter sich zu verschließen. Mit diesem Sinnbild will die Ausstellung eine Analogie zu den Zwängen der Kunst herleiten: dass sie sinnvoll sein, einen Zweck erfüllen müsse.

Die Kunst tut uns diesen Gefallen nicht, das beweist Jutta Koether. In den stuckverzierten Galerieräumen wirken ihre Provokationen allerdings als allzu berechenbarer Bruch. Der Mix aus unkonventioneller Hängung – eines ihrer mit gestischem Pinselstrich ausgeführten Bilder steht wie vergessen auf dem Balkon neben Kippen –, ein bisschen Lederfetisch und zahlreichen AC/DC-Blitzen in Collagen und Assemblagen reicht nicht aus, um eine neue Debatte zum Thema Malerei loszutreten. 

Sehenswert aber ist die ungewöhnliche Acryl-Maltechnik in schreienden Farben, gerne in Menstruationsrot, im Hinblick auf die feministische Position der Künstlerin. Die unfertigen Szenerien, durchscheinenden Farbfelder und leeren Bildräume verstoßen gegen die Regeln der klassischen Malerei. Es funktioniert, die Leinwände leuchten, sie vibrieren, man kann nicht einfach wegschauen.

Text: Laila Niklaus

Foto: Nick Ash

tip-Bewertung: Sehenswert

Jutta Koether. Berliner Schlüssel
Galerie Daniel Buchholz, Fasanenstraße 30, Charlottenburg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 5.2.2011

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