Ausstellungen

Karl Friedrich Schenkel im Kulturforum

Mittelalterliche Stadt am Fluss

Tatsächlich ging es dem Baumeister, auch wenn er ein universeller Künstler war, nicht um das eine, Handfeste, sondern ums utopische Denken. Um Schönheit, Größe und Mystizismus, Klarheit und Verklärung. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls die Schau am Kulturforum. Bekannt wurde Schinkel als Architekt des Klassizismus. 1781 in Neuruppin geboren, 1841 in Berlin gestorben, erbaute er das Alte Museum, das Schauspielhaus, die Friedrichswerdersche Kirche und die Neue Wache. Spree-Athen ist also Schinkelland. Während in seinen Gebäuden das Vorbild römischer Säulen-Antike aufscheint, lässt er auf der Opernbühne die Sterne über dem alten Ägypten leuchten. Bis 1828 entwarf er für 40 Bühnenwerke Dekorationen. Weitere Aspekte seines Schaffens, etwa als Möbeldesigner, zeigt die Schau anhand von mehr als 300 Exponaten des 5?500 Werke umfassenden Nachlasses. In drei Räumen werden Kunstgewerbe, Architektur, Inneneinrichtung oder Bühnen- und Perspektivbild vorgestellt. Viele Entwürfe muten wie Fantasiedarstellungen an. Schinkel reiste, studierte die Formengeschichte fremder Länder, begann stilistisch pluralistisch zu bauen. Mit ihm setzte eine Zeitenwende ein, laut Kurator Heinrich Schulze Altcappenberg, Leiter des Kupferstichkabinetts, der „Umbruch vom normativen Denken zum relationalen, aphoristischen“. So blieben manche seiner Architekturträume unrealisierbar.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Jörg P. Anders / bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie

tip-Bewertung: Sehenswert

Schinkel. Geschichte und Poesie. Sonderausstellungshallen am Kulturforum, Matthäikirchplatz, Di–Fr 10–20 Uhr, Sa+So 11–18 Uhr, (außer 24. + 31.12., am 1.1.2013 12–20 Uhr), bis 6.1.2013

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