Berlin Art Week

Künstlerfilme im Kino International

Dass das Kino International, in dem vom Glanz der kulturellen Ambitionen des real-existierenden Sozialismus eine letzte Ahnung in Berlin übriggeblieben ist, irgendwann vom Kunstbetrieb kooptiert werden würde, das war eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Kenneth Anger
Foto: Copyright and Courtesy Kenneth Anger and Sprüth Magers

Die konkreten Umstände haben nun fast schon etwas von Kiezatmosphäre an sich, soweit die monumentalen Dimensionen der Karl-Marx-Allee so was wie Kiez zulassen: Vor wenigen Jahren zog die Haubrok Foundation von hier nach Lichtenberg, mit dem Projekt Artist Films at Kino International kehrt sie fast an die alte Wirkungsstätte zurück. Einen Tag lang, vom späten Morgen bis Mitternacht, sollen Künstlerfilme, die ihr Potenzial sonst oft in trüben Videokabinen oder halb defekten Installationen verströmen, auf einer der besten Leinwände der Stadt erscheinen. Kenneth Anger (Foto: Videostill aus
„Airship 1,2,3“), Cerith Wyn Evans, Sharon Lockhardt zählen zu der Auswahl, die Marc Glöde verantwortet. Danach kann man schauen, ob von der Eröffnung im n.b.k., wo Gerwald Rockenschaub eine Fassadeninstallation präsentiert, noch jemand geblieben ist. Tags darauf ein Besuch bei Eigen+Art, wo mit Rémy Markowitsch ein sehr vielschichtiger und klug mit Multimedialität arbeitender Künstler eine neue Installation zeigt: glückliche Zeiten.

Artist Films Kino International, Karl-Marx-Allee 33, Mitte, Mi 14.9. 11–24 Uhr

Gerwald Rockenschaub n.b.k., Chausseestr. 128/129, Mitte, Eröffnung Mi 14.9. 18 Uhr

rémy markowitsch: Glückliche Zeiten Eigen+Art, Eröffnung Do 8.9. 17–21 Uhr; bis 8.10. Di–Sa 11–18 Uhr

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