Ausstellungen

„Kulturkontakte – Leben in Europa“ im Museum Europäischer Kulturen

MEKIm Entrйe des frisch renovierten Baus von Bruno Paul steht eine 11,4 Meter lange, schwarz lackierte Prachtgondel. Venedig ist mit Bedacht gewählt als Eingangsbeispiel des nach zwei Jahren Umbau wiedereröffneten Hauses, denn für Kuratorin Irene Ziehe lässt sich der europäische Kulturaustausch wesentlich an vier Punkten festmachen: Handel, Reisen, Medien sowie Migration, die ja mitnichten erst ein Phänomen des 21. Jahrhunderts ist.

1999 ging das Museum für Europäische Kulturen aus der Vereinigung des schon damals in Dahlem ansässigen, 110 Jahre alten Museums für Volkskunde mit der Europäischen Sammlung des Ost-Berliner Museums für Völkerkunde hervor. „Kulturkontakte – Leben in Europa“ heißt die neue Dauerausstellung, in der die Kuratorinnen Elisabeth Tietmeyer und Irene Ziehe sich einer permanenten Gratwanderung gestellt haben, wenn sie Gemeinsamkeiten und Differenzen aufzeigen. Es ist ihnen zumeist vorzüglich gelungen. Klug haben sie sich aus der Viertelmillion Objekte auf 677 konzentriert. Sinnliche Stücke wie ein farbenfroher holzgeschnitzter sizilianischer Prunkkarren, ein Souvenir des „Reisekaisers“ Wilhelm II., werden flankiert von Vitrinen, die kleinteiliger das jeweilige Thema durchspielen. Fußballtrikots in den deutschen Nationalmannschaftsfarben von Mesut Özil und Fatmire Bajramaj erklären plastischer als tausend Worte, wie weit Integration gediehen ist. Mit Hilfe von Touchscreens hat der Besucher die Möglichkeit, noch tiefer in die jeweilige Materie einzutauchen. Die Durchmischung Europas ist durch vielfältige Zu- und Abwanderung seit Jahrhunderten Realität.

Text: Martina Jammers

Foto: Ute Franz-Scarciglia/Museum Europaeischer Kulturen

tip-Bewertung: Sehenswert

Museum Europäischer Kulturen Arnimallee 25, Dahlem, Di–Fr 10–18 Uhr; Sa+So 11–18 Uhr; 24. u. 31.12. geschlossen; 25.+26.12., 11–18 Uhr; 1.1., 12-18 Uhr

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