Ausstellungen

Kunst am Spreeknie in Oberschöneweide

Abspannwerk_Oberspree_1_c_ConstanzeSuhrJohn Power wirft sich in seine Arbeitskleidung und legt los. In der alten Maschinenhalle des Abspannwerks Oberspree tummeln sich noch die Wollmäuse. Das 1933 nach dem Entwurf von Hans Heiner Müller errichtete Schalthaus, eine Erweiterung der Transformatorenstation von 1912, wurde vor 18 Jahren stillgelegt. Zum Festival Kunst am Spreeknie hat der irische Bildhauer und Kurator der G11 Galerie in drei Räumen des eindrucksvollen Industriegebäudes in Ober­schöneweide mit den Arbeiten von 42 Künstlerinnen und Künstlern die Ausstellung „UmspannZENTRALE“ zusammengestellt. Keine einfache Aufgabe an einem Ort von solcher Ausstrahlung.

Um die 170 internationale Künstlerinnen und Künstler, viele davon mit Atelier in einem der zahlreichen Künstlerhäuser von Schöne­weide, nehmen an der sechsten Ausgabe des Festivals mit Werkschauen und offenen Ateliers teil. Neben den Räumen im ehemaligen Abspannwerk finden auch in den Rathenau-Hallen, in aktuell leer stehenden Läden sowie im Hafen der Reederei Riedel Kunstausstellungen statt. Als Sponsor richtete Riedel einen Solarschiff-Shuttle zwischen der East Side Gallery und den Hotspots in Schöneweide ein. Mit den jungen Künstlerinnen Marlene Lerch und Mareike Lemme bekam Organisator Lutz Längert unschätzbare Unterstützung, können die beiden doch auch so etwas wie einen Guerilla Art Sale noch kurzfristig gestemmt kriegen. Auf drei Punkte konzentriert und mit Wegeleitsystem soll sich Kunst am Spreeknie dieses Jahr mit seinen zahlreichen offenen Ateliers, Kunstaktionen, Konzerten, Performances, Ausstellungen und Führungen für die Besucher übersichtlicher präsentieren als in den Vorjahren.

Text/Foto: Constanze Suhr

Kunst am Spreeknie Ausstellungen, offene Ateliers, Aktionen, 19.–21.7., diverse Orte rund um die Rathenau-Hallen in Oberschöneweide; Infopunkt: Laden im Haus 72, Wilhelminenhofstraße 83-85

UmspannZENTRALE Abspannwerk Oberspree, Wilhelminenhofstraße 78, Oberschöneweide, bis 21.7., Mi–Fr 16–22 Uhr, Sa 12–22 Uhr, So 12–18 Uhr, www.kunst-am-spreeknie.de

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