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Kunstkopf: Simone Neidhard

Simone Neidharttip Wie sind Sie zur Glaskunst gekommen?
Simone Neidhard Dank eines DAAD-Stipendiums habe ich in Mexiko erst einmal die wunderschönen Gebrauchsgläser und dann Paul Marioni kennengelernt, der mir die Pilchuck Glass School bei Seattle empfahl. Ich erhielt dort ein Stipendium und lernte, mit Glas umzugehen. Wenn man einmal damit angefangen hat, lässt es einen nicht mehr los.

tip Ist dieses heiße Gewerbe nicht besonders schwierig?
Neidhard Auf jeden Fall! Ein guter Glasbläser braucht zehn Jahre, bis er die nötige Leichtigkeit hat. Arbeitet er als Designer oder in der Produktion, geht die unorthodoxe, experimentelle Art oft verloren. Die Kluft zwischen Handwerk und Kunst ist – was Glas betrifft – oft noch nicht aufgelöst.

tip Welchen Reiz besitzt das Formen, Brennen und Bemalen von Glas im Vergleich zur „normalen“ Bildhauerei?
Neidhard Ich liebe die bescheidene Materialität von Glas – es ist wie leeren Raum manifestieren. Ich lade z.B. Glasblöcke mit Filmsequenzen. Das Bild scheint dann im Glas zu sein und bekommt auf natürliche Weise Licht. Glas ist als Werkstoff unglaublich „in Bewegung“. Der Umgang mit heißem Glas ist sehr spielerisch und gleichzeitig konzentriert, weil ja nur eine kurze Zeit geformt werden kann. Ich finde es gut, wenn die Bildhauerei sich mit so einem spannenden Material verbindet.

Nachgefragt: Andrea Hilgenstock

Simone Neidhard „Lyrics in Glass“
New Glass Art & Photography, Linienstraße 154, Mitte, Di-Sa 13-19 Uhr,
24.1.-28.2.2009, Eröffnung: Fr 23.1., 19 Uhr

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