Ausstellungen

Kunstkopf: Birgit Dieker

Birgit_Diekertip: Die größte Anzahl Ihrer Skulpturen besteht aus Stoff. Was ist an diesem Material so faszinierend?
Birgit Dieker: Für meine Skulpturen verarbeite ich überwiegend getragene Klamotten. Stoff ohne Patina und Geschichte interessiert mich nicht besonders. Seit 2006 habe ich eine neue Arbeitstechnik: Aufgetrennte Kleidungsstücke werden Schicht für Schicht fest gewickelt und vernäht, bis das gewünschte Volumen erreicht ist, und anschließend mit Messern und Scheren bearbeitet. Vergleichbar den Zwiebelhäuten oder den Jahresringen eines Baumes bestehen die Skulpturen aus unzähligen Stofflagen. Tiefe Einschnitte, Löcher und Abschälungen zeigen die gewachsene Struktur. Körper und Kleidung gehören so eng zusammen, dass man ja auch schon von der zweiten Haut spricht. Haut und Hüllen spielen eine große Rolle in meiner Arbeit. Ich finde es spannend, die äußeren Hüllen so zu verdichten, dass sie zu einem Kern werden, zu einem Suppenwürfel voller Geschichten. Erinnerungen knüpfen sich an Kleidungsstücke.

Fragen: Constanze Suhr

Foto: UKG

Labor Birgit Dieker, Katie Armstrong, Stephanie Kiwitt, Ryan Mosley, Luise Schröder, Galerie Eigen+Art, Auguststraße 26, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 20.8.2011

Mehr über Cookies erfahren