Ausstellungen

Kunstkopf: Dieter Mammel

tip Du hast ein Jahr „geopfert“, um deinen Vater zu pflegen. Ist das ein verlorenes Jahr?
Dieter Mammel Die Konfrontation mit Krankheit und Tod ist erst einmal  deprimierend und unfassbar traurig. Aber ich bin dankbar  für die Zeit, die ich hatte, mich von meinem Vater zu verabschieden.

tip Hat sich dadurch deine Arbeit verändert?
Mammel Das hat meine Arbeit ausgeweitet in einen Schmerzraum, in eine bisher noch nicht erreichte Intensität des Ausdrucks. Ob in den Gesichtern, in den Blicken und Ges­ten oder in der Tiefe der Farbe Blueberry.

tip Was ist der Unterschied zwischen Privatheit und Intimität?
Mammel Das Private ist für mich das Eigene, das sehr Persönliche, das im Bild zum Ausdruck kommt. Das Private umfasst auch das Intime und damit zugleich das Heimliche, das Geheimnis. Die Intimität öffnet den Begriff des Privaten ins Körperliche. Intimität ist der Zustand tiefster Vertrautheit, der durch das emotional Körperliche, durch Sex und durch Liebe, entsteht. Bilder können sowohl privat sein wie auch intim. Wenn sie den eigenen privaten oder den intimen Raum verlassen, und es ihnen gelingt, bei anderen ähnlich intensive Gefühle hervorzurufen, dann springt der Funke über, und es brennt in dir wie in mir, als ich das Bild gemalt habe.

tip Was beschäftigt dich so sehr am Feuer, was fasziniert dich?
Mammel Das Feuer hat auch für mich eine positive Kraft. Verwandlung. Wärme. Licht im Dunkeln. Und irgendwie scheint es mir, als würde ich beim Malen von Feuer immer noch Menschen malen.       

Nachgefragt: Qpferdach
Foto: Rica Belna

Privacy Dieter Mammel
im KunstHaus Potsdam, 14469 Potsdam, Ulanenweg 9,
5.7.-23.8.2009, Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa+So 12-17 Uhr,
Eröffnung: So 5.7., 17 Uhr

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