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Kunstkopf: Kerstin Drechsel

kunstkopftip In deiner Arbeit gibt es zwei thematische Schwerpunkte, in denen es um Unordnung oder „Messietum“ geht, und die älteren Arbeiten, die sich mit Pornografie und lesbischen Paaren befassen. In der neuen Bildserie, die Frauen in Darkrooms zeigt, knüpfst du wieder daran an. Worum geht es dir?

Kerstin Drechsel Bei der Serie wollte ich einen erotisch aufgeladenen Ort beschreiben, den Darkroom einer Bar, die auch Frauennächte veranstaltet. Dabei steht weniger das Sensationelle des Motivs im Vordergrund, sondern die Selbstverständlichkeit der Frauen im Umgang miteinander.

tip Und was wären die formalen Aspekte, die dich da­ran interessieren?

Drechsel Die Räume sind dunkel, eher undefiniert, dadurch wird das Augenmerk auf die Figuren gelenkt. Das Thema lesbischer Sex ist wichtig, aber man wird schnell darauf festgelegt, sobald man es einmal ausgesprochen hat. Denn auch motivisch geht es um Mehrdeutigkeiten, ich habe beim Malen festgestellt, dass ich vor allem Motive ausgewählt habe, die nicht klar erkennen lassen, ob es sich um Männer oder Frauen handelt.

tip Was leistet die Malerei?

Drechsel Die Eigenständigkeit der Malerei spielt ein große Rolle. So werden beim „Aufblasen“ der Motive auch die Unschärfen mitvergrößert. Auf den großen Formaten sind nicht mehr Details zu sehen, was einen voyeuristischen Impuls bedienen würde. Stattdessen wird der Blick auf die Malerei gelenkt.

Nachgefragt: Jutta v. Zitzewitz

Kerstin Drechsel „If You Close the Door“, Galerie September, Charlottenstraße 1, Kreuzberg, Di-Fr 12-19 Uhr, Sa 12-18 Uhr, Eröffnung: Fr 5.2., 19-21 Uhr, 6.2.-13.3.2010

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